01.09.2018 – 24 Grad – Tag 53

Heute ist der Tag mit dem 80-Personen-Catering. Es ist Samstag. Also stehe ich um 6:00 Uhr auf, kaufe noch das fehlende Tiefkühlgemüse und frische Kräuter in der Metro ein. In den nächsten 8 Stunden bereite ich das ganze Buffet zu. Es besteht aus verschiedenen Salaten, Schnitzelchen und Bouletten, mediterranen Hühnchensteaks, Hühnchen á la Saltimbocca, Rindergulasch und Mousse au Chocolat, Himbeer-Mascarpone-Creme und einer Käseplatte.

Pünktlich um 17:00 Uhr kommt meine Hilfe, die mir beim Buffetaufbau hilft. Am schlimmsten ist das Geschleppe. Die Thermoboxen mit dem Essen drin wiegen gut und gerne je 15 bis 20 Kilo und wenn man dann mehrere davon getragen, hin- und hergestellt hat, weiß man am Ende des Tages, was man getan hat. Das Buffet ist fertig zum gewünschten Zeitpunkt aufgebaut und ich kann nach Hause fahren. Mit der Auftraggeberin habe ich vereinbart, dass ich alles noch abends gegen 22:00 Uhr abbaue. Das klingt vielleicht anstrengend, aber dafür verschaffe ich mir damit einen freien Sonntag.

Nun genieße ich wieder den Vorteil, einen Hausmann zu haben. Steffen hat mir ein Abendbrot zubereitet. Aufgrund der Nahrungsumstellung von Steffen esse ich natürlich auch kein Fleisch mehr. Ich fände es unfair, wenn ich neben Steffen mit einer feinen Wurst säße und er muss den Salat essen. Eher ist es ein schleichender Prozess. Umso mehr ich mich mit Fleisch und den Auswirkungen von tierischen Produkten auf den Körper beschäftige, umso weniger Lust verspüre ich, sinnlos Fleisch zu essen. Sinnlos im Sinne von unachtsam. Ich kann nicht ausschließen, dass ich ab und an mal ein Steak essen werde, aber die Qualität ist der ausschlaggebende Punkt. Also es wird dann halt Bio und nicht irgendwie verarbeitet, dass man gar nicht mehr schmeckt, was man eigentlich isst.

Steffen hat gekocht, es gibt Kartoffel-Möhren-Stampf, gebratene Pilze und Tofuschnitzel. Es ist echt verdammt lecker.

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Nach dem Essen lege ich mich direkt ins Bett für 2 h, da ich ja 22:00 Uhr abbauen muss. Endlich Feierabend. Hm ja, denkste. Ich kann nicht schlafen, die Augen bewegen sich hinter den geschlossenen Augenlidern. Die Sonne scheint in das Schlafzimmer. Ich komme nicht zur Ruhe. Ok, dann lasse ich mir halt eine Wanne ein, es ist 20:30 Uhr, ich habe noch 1,5 h bis ich abbauen muss. Setze mich in die Wanne, lese ein Buch, alles ist toll. Auf einmal höre ich ein „Oooohhch“ und ein klägliches „Dana!!“. Was ist jetzt schon wieder los?

„Steffen, ist was passiert?“. Aufgelöst kommt er ins Badezimmer: „Ein Schwälbchen ist auf Deinem Balkon abgestürzt, du musst helfen!“. „Jetzt?“, „Ja natürlich jetzt“. „Warum ich denn jetzt?“ „Na, Du bist doch vom Dorf, Du kannst sowas.“ Wie das Ding aus dem Sumpf entsteige ich den Fluten und patsche durch den Flur, das Wohnzimmer und dann auf den Balkon. In der Ecke hinter dem Windlicht zappelt ein Schwälbchen, bei näherer Hinsicht, ein Mauersegler. Mit ausgebreiteten Flügeln ist er hinter dem Windlicht eingeklemmt. Vorsichtig ziehe ich das Windlicht weg. Das kleine Vöglein hat Angst und versucht sich zu verkriechen. Vorsichtig rede ich ihm zu und bewege mich auf das Tierchen zu. Mit beiden Händen fasse ich sanft unter das Vöglein. Es ist starr vor Angst, ganz leicht und warm. Vorsichtig hebe ich es hoch. Sobald der kleine Mauersegler auf Höhe der Balkonbrüstung etwas Horizont sieht, ist er auch schon davon geflogen. Wir sind sehr froh. Eine gute Tat.

Ja, keine Mauersegler, trotzdem schön:

silhouette photography of birds in flight and perched on electricity line
Photo by Elizabeth Tr. Armstrong on Pexels.com

Steffen ist voll fit, sieht aus wie ein Hipster, mit Bauchtasche.

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