01.10.2018 -25 Grad – Tag 83

Zum Sonnenaufgang geht es wieder an den Strand. Das morgendliche Schwimmen könnte ich mir angewöhnen, würde ich hier wohnen. Morgens ist das Licht immer so wunderbar klar und die Welt ist noch rein und schön. Mittlerweile genießen wir es, Frühaufsteher zu sein.

Nach dem Frühstück holen wir E. ab. Heute haben wir uns einen Tagesausflug ausgesucht, der für M. leider zu anstrengend ist. Wir haben vier Dinge auf dem Plan, die relativ nah beieinander liegen.

Cascata die Lequarci

Nach einer Stunde Fahrt auf der Autofahrt, vorbei am NATO-Testgelände, dort wo die Tiere und Fische verstrahlt werden, vorbei an Funktürmen und Stacheldrähten, kommen wir in den wunderbaren Bergen bei Arbatax an. Beängstigend enge Straßen führen durch an Berge geklebte Ortschaften steil hinauf. Unser Ziel ist ein Wasserfall, der weit im Hinterland liegt.

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Nun, leider haben wir Sommer, der Wasserfall funktioniert wahrscheinlich nur in den Wintermonaten und nach Regen.

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Ganz oben über die Kante sollte das Wasser tosend herunterstürzen. Das macht es heute jedoch nicht. Na gut.

Aus Langeweile fahren wir noch in den nächsten Ort, wo ein kleiner Wallfahrtsort ist und die Aussicht malerisch.

Nächstes Ziel:

Grotta Su Marmuri

Es geht weiter zu einer Marmorhöhle, in der es Fledermäuse, Tropfsteine und verwunschene Gänge zu bestaunen geben soll. Es ist 11:45 Uhr. Die nächste Führung startet 14:00 Uhr. Stimmt, wir haben ja Nebensaison. Die startet immer um den 28.09. herum und macht, dass kaum noch Touristen da und die Parkmöglichkeiten überwiegend kostenlos sind, was ja gut ist, aber auch, dass sich all die Öffnungszeiten ändern.

Wir müssten also noch 2 Stunden warten. Das möchten wir nicht. Also trinken wir einen wunderbaren Caffe Latte, bzw. zwei. Der ist dort unglaublich gut und setzen uns wieder in unser Auto und fahren zum nächsten Highlight:

Nuraghe Serbissi

Und noch höher geht es in die Berge. Noch enger werden die Kurven. Fast ist der Jeep zu breit. Ein weiterer Jeep kommt uns entgegen, es wird arg eng. Herr E. pöbelt. In einer Nadelkurve gibt es Parkmöglichkeiten und Steintreppen, die sich in den Himmel winden. Wie Kinder toben wir zu dritt los und erkunden die Felslandschaft.

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Aber gut, weiter gehts, die Nuraghe wartet. Nuraghen sind 3000 Jahre alte Steinbauten der ersten Inselbewohner. Diese Steintürme boten Schutz und waren sicherlich auch aus religiösen Dingen wichtig. Meist sind sie auf strategischen Punkten gelegen. So auch diese.

Wir fahren die enge Straße weiter, bis sich ein Feldweg abzweigt. Dem wir laut Googlemaps folgen müssen. Wir passieren das Nationalparkschild, aber nirgends steht, das Auto fahren verboten wäre. Die Pfade werden enger, es ist nur noch eine Schotterpiste, die in Serpentinen auf und ab geht. Um uns herum niedrige Gehölze und unendliche Landschaft. Und kein Mensch. So fangen Horrorfilme an. Die beiden mitfahrenden Herren sind nicht mehr entspannt. Aber wir haben den Jeep. Große Freude. Nach weiteren 6 km auf der Buckelpiste kommen wir an einem Parkplatz an. Ein Wegweiser weist auf die Nuraghe. Weitere 300 m sind zu bewältigen. Gar kein Ding, bis wir sehen, das ganze dann im 30 Grad Winkel gen Himmel. Wir pusten und prusten. Herr E. verflucht uns, wir verfluchen uns. Nach 200 m ein Eintrittskartenhäuschen. Geschlossen. Natürlich. Mittagspause. Bis 14:00 Uhr! Natürlich. Wo ist diese beschissene Nuraghe. Ungehaltenheit wechselt mit Wahnsinn. Der Blick wechselt leicht hysterisch zu der halb gefüllten Wasserflasche von Herrn E. Egal, wir sind jetzt einmal hier, wir gehen bis zum bitteren Schluss den Berg hinauf. Oben dräut der Steinturm. Mit kleinen Bauten drumherum. Abgeschlossen hinter einem Gartentor mit einem kleinen Draht justiert. Ich höre Stimmen und warne, wir können da nicht hinein. Da sind andere Menschen. Blödsinn wars, die Stimmen waren nur in meinem Kopf. Aber genug überzeugend für die beiden Herren. Wir kehren um. War der Weg hinzus schon so lang? Blair Witch Project-ähnliche Hölzchen-Kreaturen hängen an den Bäumen. Stumm und bedeutungsvoll schauen wir uns an. Wir laufen schneller. Nach der drölften Kehre dann endlich der Jeep. Den Schlüssel habe ich auch noch einstecken. Heissa! Zurück in die Zivilisation.Keine Hexe wird uns fressen.

Auf dem Rückweg zu dem nächsten Ziel kommt uns in einer der zahllosen Kehren wieder dieser weiße Jeep entgegen, die Herr E. vorhin angepöbelt hat. Es waren die Wärter des Kassenhäuschens der Nuraghe. Läuft bei uns. Egal. weiter gehts. Die letzte Station wird ein weiteres Geisterdorf sein, aber vorher haben wir einen unmenschlichen Hunger und finden ein niedliches kleines Dorfrestaurant in Gairo, die Trattoria Pizzeria S´Arghingiu. Die Pasta ist ein Traum:

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Gestärkt und nicht mehr vom Hungerwahn getrieben, besuchen wir nun das alte Dorf

Gairo Vecchia

Nach starken Regenfällen und Schlammlawinen wurde das Dorf 1951 verlassen und die Bewohner gründeten neue Stadtteile. Seitdem stehen die Häuser leer und drohen einzustürzen, die Natur holt sich alles zurück. Mittlerweile sind die Hauptwege abgesperrt und man kommt nicht mehr in den Dorfkern.

Einige Gärten der Häuser werden noch heute benutzt und man sieht noch prächtige Feigen- und Persimonenbäume. Die Kräuter duften und Kürbisse und Tomaten wachsen.

Langsam stellt sich bei uns Erschöpfung ein, wir fahren nach Hause. Die Jungs sind ruhig und schlafen auf dem Heimweg. Das Licht ist wunderbar.

Abends gehen wir auf Wunsch von Herrn M., der heute leider den ganzen Tag zuhause bleiben musste, in ein teures Fischrestaurant mit Touristenzulage, wenn wir schon mal am Meer sind.

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21:30 Uhr geht es dann auch schon für alle ins Bettchen. Verrückt

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