01.12.2018 – 3 Grad – Tag 144

Früh fahren wir gemeinsam in die Metro einkaufen. Auf Basis der gestern ermittelten Lebensmittel habe ich einen Einkaufszettel erstellt, damit Steffen das Maximum an gesunden Nährstoffen erhält, damit er rote Blutkörperchen bilden kann. Wir kaufen alles Mögliche für ihn ein: Rote Bete, Haferflocken, frischer Grünkohl und weil am Wochenende der 1. Advent ist, gibt es ausnahmsweise für ihn Entenkeulen mit Klößen und Rosenkohl.

Während wir durch die Gänge der Metro schlendern, ja wir haben diesmal sogar etwas Zeit, treffen wir auf unsere Lieblingsmetroangestellten. Alle sind froh, seit langer Zeit mal wieder auf Steffen zu treffen. Sie erkundigen sich, wie es ihm geht und wie er die Chemotherapie verträgt. Alle sind froh, dass er die vorerst letzte Chemotherapie heil überstanden hat. Die Metro fühlt sich manchmal wie unser zweites Zuhause an.

Aber wir alle möchten so gern, dass es endlich vorbei ist, dass die erlösende Mitteilung der Ärzte kommt. Aber diese Nachricht lässt auf sich warten. Lektionen in Demut.

Als wir uns Salz kaufen wollen, werden wir von D. darauf hingewiesen, dass wir kein Salz mit sogenannter „Rieselhilfe“ kaufen sollen. Diese Rieselhilfe nennt sich auch Natriumferrozyanid oder einfach nur E535. Angeblich ist zwar Zyanid in der Verbindung mit Eisen und Natrium unschädlich im Körper. Man vermutet jedoch, dass diese Verbindung dennoch zu Nierenschädigungen führen kann. Nierenschäden brauchen wir jetzt aber erst einmal nicht mehr.

Also warum sollte man sich also dieses Salz kaufen, wenn man doch feines Ursalz ohne schädliche Zusatzstoffe erwerben kann? Gesagt, getan.

Also schaut mal auf Euer Salz, ob da Rieselhilfe oder Natriumferrozyanid oder einfach nur E535 auf der Verpackung steht. Stellt es leise beiseite und kauft euch die Tage ein anderes Salz.

Einfaches Meersalz ist auch frei von diesem Zusatzstoff und sogar noch preiswerter. Mit einer Salzmühle sollte das also kein Problem sein.

Nach dem Einkauf fahre ich Steffen schnell nach Hause und trage ihm die schweren Einkäufe nach oben. Natürlich geht es seinen Beinen noch nicht besser und ich habe eh im letzten Jahr viel zu viel Muskeln bekommen. Ein Klacks ist das.

Nun muss ich heute leider noch arbeiten, die Blue Man Group wartet auf ihr Essen. Nach der Auslieferung hole ich Steffen ab und wir zwei fahren endlich wieder einmal chinesisch essen. Es bedeutet mir nach den stressigen Tagen so viel, einmal nicht zu kochen, das könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen.

20:00 Uhr sind wir bettreif. Vorbei sind die Zeiten, wo man sich um die Uhrzeit ausgehfein gemacht hat.

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