02.12.2018 – 3 Grad -Tag 145

Endlich Sonntag. Der erste gemeinsame freie Tag nach der letzten Chemotherapie für uns.

Das Sonntagsfrühstück ist heilig für uns. Steffen beginnt seinen Eiertanz um das perfekte Sonntagsei. Ja ich weiß, Eier sind nicht die erste Wahl, wenn es um gesundes Essen gegen Krebs gibt. Aber es ist Sonntag und nichts geht über den magischen Moment, wenn der Löffel in ein wachsweiches Ei eindringt und das Eigelb noch flüssig ist. Für Steffen zumindest. Was für ein Theater war das, die perfekte Kochdauer für das Ei herauszufinden!

Mir ist das schnurz. Am wichtigsten ist der morgendliche Kaffee. Und seitdem wir die Hafermilch von Oatly in der Barista-Edition haben, kommt die Milch im Kaffee überhaupt nicht mehr zu fehlen.

Zwei Stunden lang dauert dieses Frühstück. Wir genießen es dermaßen. Das Wetter ist auch uninteressant, wir sind faul und wollen nicht vor die Tür und Steffen kann mit seinen schmerzenden Beinen sowieso nicht weit laufen.

Nach dem Frühstück klemme ich mich an den Rechner, ich habe ambitionierte Ziele bezüglich unserer Zukunft, und die wollen vorbereitet werden. Noch mag ich nicht darüber reden.

Weihnachtlicher Teller mit Lebkuchen und Plätzchen

Steffen kuschelt sich mit der Wärmflasche vor dem Fernseher ein. Er hat sich eine kleine Schüssel mit Plätzchen und Lebkuchen auf den Bauch gestellt. Die Plätzchen habe ich ihm vorhin fix gebacken, das war nicht schwer, es waren Fertigkekse. Backen können wir einfach nicht. Und ja, ja, Zucker ist doof. Wir wissen das. Aber es ist 1. Advent und wir werden dieses Jahr zu Weihnachten hoffentlich nicht hier sein, also müssen wir die ganze Weihnachtszeit auf zwei Wochen komprimieren.

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie viel uns so ein ganz normaler Tag ohne besondere Vorkommnisse bedeutet.

weihnachtliche Entenkeule mit selbstgemachten Klößen und Rosenkohl

Am Abend bereite ich uns die ersehnten Entenkeulen mit Rosenkohl und Klößen zu. Die Klöße sind aus Fertigteig, die Croutons in der Mitte haben wir schön selbst gemacht.

Am Ende stelle ich fest, dass ich gar keinen Soßenbinder habe und nehme Nussmehl zum binden der Soße. Das geht auch, sieht aber komisch aus, nicht so schön dunkel, schmeckt aber trotzdem lecker.

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