03.09.2018 – 28 Grad – Tag 55

Oh, heute wird es wird wieder warm. Es ist Montag, und die Woche startet neu. Steffen muss laut meiner Außentemperatur-Theorie langsam wieder die Wirkungen der Chemo spüren. In der Tat ist er heute platt, mit Kopfweh, Muskelzucken und schwindelig ist ihm auch. Der Appetit wird weniger und im Mundraum bekommt er ein pelziges Gefühl, so dass Essen überhaupt keinen Spaß macht und er auch keine Lust darauf hat.

Deswegen muss das wenige, was er isst, ihn mit genau den Nährstoffen versorgen, die er gerade braucht.

Daher werde ich ihm eine simple Gemüsesuppe kochen und Smoothies mit Spinat und Ingwer machen. Dazwischen gibt es wieder eine leckere Misosuppe, die ist auch gut für die Därme, da das Soja für den Miso fermentiert wurde, und alles was fermentiert wurde (und keine Konservierungsstoffe enthält!) ist super für ihn. Da so wieder neue Darmbakterien wachsen können, die die Chemotherapie unter anderem auch platt macht.

 

Nach meinem letzten Versuch, zum Allgemeinarzt zu kommen, der damit endete, dass ich vor verschlossener Tür stehe, organisiere ich heute den Termin telefonisch. Ich hab natürlich Angst, nicht dass ich auch noch weg breche und dann das ganze Catering und damit unser Leben gegen die Wand fährt.

Zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns damals in 2007 selbstständig gemacht haben, gab es als Krankenversicherung für Selbstständige nur die Möglichkeit, sich privat gegen Krankheiten abzusichern. Die gesetzliche Versicherung hat zu dem damaligen Zeitpunkt pauschal um die 600 EUR gekostet und da war natürlich die Private Krankenversicherung mit 200 EUR im Monat die bessere Wahl. Besonders, wenn man gerade gründet und keinen Cent zuviel hat.

Mittlerweile gibt es schöne Versionen, in denen man sich um die 300 EUR gesetzlich versichern kann und ich würde dies auch jedem Neugründer raten.

Die Crux bei der Privaten Krankenversicherung ist, man kommt jetzt nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung zurück. Außer man lässt sich anstellen, jedoch nicht im eigenen Unternehmen oder man legt das Catering still und sucht sich einen Job oder gründet ein komplett neues Unternehmen und nur einer ist privat versichert und der andere kann angestellt werden. Ein übelstes Kuddelmuddel, worum man sich kümmern könnte, wenn man nichts zu tun hat.

Und wie es so schön in Deutschland heißt, es besteht Krankenversicherungspflicht. Das bedeutet aber lediglich und nur: Du selbst musst dafür sorgen, dass Du versichert bist. Es bedeutet nicht, dass du automatisch versichert wirst. Nice.

Die Versicherung ist natürlich verbunden mit einer hohen Selbstbeteiligung, also in meinem Fall 600 EUR, die man selbst komplett bezahlt, bevor die Versicherung anfängt zu greifen, und alle Kosten, die darüber hinaus gehen, erst danach übernimmt.

Also geht man nicht wegen jedem Pups zum Arzt. Im Grunde genommen nur, wenn man fast schon tot ist. In meinem Fall war das dann ein doppelter Bandscheibenvorfall, eine komplette Schilddrüsen-Entfernung. Sowas halt. Ergo, ich war seit 11 Jahren nicht mehr beim Allgemeinarzt und hatte nun ordentlich Bammel, was herauskommen würde. Ich bekomme nun einen Termin am 24.09.2018. Ok, noch ein bisschen aufgeschoben und Zeit gewonnen.

Nachher fahre ich nun in den Biomarkt und kaufe alle Zutaten für eine feine Suppe und mal wieder Spinat mit Rührei.

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2 Kommentare zu „03.09.2018 – 28 Grad – Tag 55

    1. Liebe Weena, klar doch. Das ist eher eine Feststellung von mir, nichts Ernstzunehmendes. Die Theorie bedeutet, dass immer, wenn es draußen richtig warm wurde, etwas sich an Steffens Zustand verschlimmerte. Aber spätestens im Winter wird diese Theorie nicht mehr funktionieren.
      Liebe Grüße
      Dana

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