13./14.11.2018 – 12 Grad – Tag 126/127

Dienstag

An dem Tag habe ich nichts verzeichnet. Ich weiß, ich gehe zu Pilates. Meine arme Pilateslehrerin muss meinen komplett schockierten und steifen Körper wieder Leben einhauchen.

Am Körper merkt man dass, indem das Zwerchfell komplett verkrampft ist. Wenn man sich zum Beispiel auf den Boden legt und unterhalb des Brustkorbes, dort wo die Knochen aufhören, hineindrückt, tut es weh. Genau diese Art Schmerzen, die man bekommt, wenn man vor etwas Angst hat.

Das Zwerchfell trennt die Lunge von den inneren Organen und Därmen. Wenn sich das Zwerchfell verkrampft, zum Beispiel vor Angst und Sorge und Panik, verengt es die Lunge, man bekommt weniger Luft, hat weniger Kraft und weitere Angst. Ein Teufelskreis. Also lockert man besser das Zwerchfell. Das funktioniert durch:

  1. ruhiges und tiefes Einatmen
  2. und dann kann man sich flach auf den Rücken legen und hält die Fingerspitzen unterhalb des Brustkorbes . In dem Moment, in dem man einatmet, hebt sich der Brustkorb und man kommt leichter an das Zwerchfell. Jetzt versucht man vorsichtig das Zwerchfell einzudrücken, um es zu lockern, damit die Spannung nachlässt. 

Ansonsten verarbeite ich den Schock der letzten Tage. Steffen ist bei sich, so kann er sich besser erholen und mit seinem neu erworbenen Spiel ablenken und ich kann mich um die Arbeit kümmern. Er muss ja auch aller zwei Tage zum Bluttest, ob sich die Nierenwerte verbessern. Das tun sie glücklicherweise.

Ich bin nur müde und zähle die Stunden bis Freitag, da wir dann endlich wieder zu den Eltern fahren und mal aus dem Alltagsangsttrott herauskommen. Ich habe also glücklicherweise nur zwei Arbeitstage vor mir. Aus Schock sage ich Aufträge für Weihnachtsfeiern im Dezember ab. Ich kann das alles gerade nicht. Ich kann gerade nicht planen und kreativ sein und die Vorstellung, diesen Stress in der Küche zu haben, verträgt mein Körper nicht.

Mittwoch

Heute habe ich zwei Aufträge , welche ich halbherzig absolviere. Fragen nach dem Befinden gibt es vom Kunden glücklicherweise nicht. Meine liebe Freundin V. versucht mich schon seit Tagen anzurufen, ich kann aber aktuell unseren Schock nicht in Worte fassen.

Steffen und ich sind wie betäubt.

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