14.07.2018 – 28 Grad – Tag 4

Ganz früh am Morgen springe ich aus dem Bett, die Luft ist wunderbar klar. Ich reiße das Schlafzimmerfenster auf und atme tief die klare Luft ein.

Ich koche noch schnell eine indische Linsensuppe, damit Steffen gleich was zu Essen hat, wenn er da ist. Ich beziehe das Bett frisch, da es nach meinem Angstschweiß riecht. Dann fahre ich in die Metro einkaufen, auch gleich alles schön für unser gemeinsames Wochenende und für die Blue Man Group.

Ernährung bei Krebs

Ich habe begonnen, mich mit der Ernährung bei Krebs zu beschäftigen. Bis jetzt bin ich erst einmal soweit, dass man Zucker komplett ausschließt, Eiweiß über Nüsse generiert und viel Obst und Gemüse isst.

Ich kaufe

  • Nüsse
  • Chia
  • Leinsamen
  • Gemüse (Spinat und Rucola)
  • Obst (Heidelbeeren, Äpfel, Bananen)
  • Marmorkuchen – der Lieblingskuchen von Steffen – Marmorkuchen ist natürlich nicht gut bei Krebs, nur gut für die Psyche.

Dann fahre ich alles in unsere Cateringküche und hole Steffen Punkt 10:00 Uhr in der Klinik ab. In dem Moment, in dem ich einen Parkplatz suche, sehe ich ihn, wie er mir gerade in der Einfahrt der Klinik entgegen gelaufen kommt. Was für ein Timing. Die Sonne scheint. Die Luft ist klar. Wir sind so glücklich und erlöst. Er ist wieder da!!! Er hat das Krankenhaus überlebt.

Ich fahre ihn nach Hause in meinen Prinzessinnenturm. Da ich in in einem Hochhaus in der Mitte von Berlin im 11. Stock wohne, fühlt man sich hier immer wie in einem Turm und von der realen Welt ausgeschlossen. Das ist sehr oft sehr erholsam. Und notwendig.

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Steffen lasse ich gerne zuhause. Er soll sich erst einmal vom Krankenhaus erholen und ankommen. Obwohl ich etwas traurig bin, dass er nicht mit in die Küche kommt. Das ist noch sehr ungewohnt, dass ich nun alles alleine mache.

Ich fahre schnell zurück in die Cateringküche und bereite flott das Essen für die blauen Männer zu. Und viel zu früh liefere ich aus. Aber ich will nach Hause. Das Team von der Blue Man Group weiß aber Bescheid, denn es ist seit der ersten Minute voll involviert und so lieb und herzlich, dass dies kein Problem für sie ist.

Endlich zuhause angekommen, lasse ich mich endlich komplett wieder von unserer kleinen spießigen Normalität aufnehmen. Wir essen gemeinsam abendbrot, netflixen und Dana bekommt ein Bierchen. Dann noch unsere geliebten Musikvideos gucken, glücklicherweise habe ich britisches MTV, wo den ganzen Tag Musikvideos laufen und dabei quatschen wir über alles was so bisher geschehen ist.

So simpel, so gut. Später dann im Bett liegen, Wolken und Saatkrähen gucken.

Positiv:

Steffen ist zuhause!!!!

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