16.09.2018 – 26 Grad – Tag 68

Nach der gestrigen Familienfeier schlafen wir bei Steffens Eltern in dem kleinen Puppenhäuschen. Puppenhäuschen, weil es ein Reihenendhäuschen ist und alles ist schmal und eng und das ganze Haus besteht nur aus Treppen.  Es ist wahrscheinlich das letzte Mal, die letzte Nacht für uns in diesem Häuschen, denn das Häuschen wurde verkauft und geht im November auf den neuen Käufer über. Die vielen Treppen sind im Alter nicht wirklich gut für Steffens Eltern.

Da Steffens Mama das ganze Haus ausmistet, da ja bekanntermaßen das Raumvolumen eines Hauses gewöhnlich nicht in eine Wohnung passt, bittet sie Steffen, durch alte Fotos und Dinge zu wühlen, ob er etwas brauche, bevor es weggeworfen wird. Zusammengefaltet hocken wir zu dritt auf dem super engen Dachboden und durchwühlen alles relevante. Das ist so spannend, durch Familiengeschichte zu wühlen, schnell geht so der Vormittag vorbei. Wir haben eine Tüte mit Bildern von Omi und schöne alte Vasen gesichert.

Mittags geht es zum Probeessen für die Familienfeier im Januar.  Unser Rat als Caterer ist gefragt. Steffen isst ausnahmsweise Ochsenbäckchen, ich vegetarische Knödel mit Rahmchampignons. Die vegetarischen Alternativen in klassischen Gaststätten sind nicht so prall, aber es geht ja nicht um unsere Feier, sondern die der Mama. Da das Essen handwerklich gut war, raten wir die Schwiegereltern dazu, dort die Feier auszurichten.

Nach dem Essen fahren wir noch weitere 80 km gen Osten zu meinem Papa. Das erste mal für Steffen ohne Kopfschmerzen, Steffen genießt so sehr den veränderten Moment. Das letzte mal waren wir vor dem Start der Chemotherapie im August da, vor einem Monat. Da hat Steffen noch doppelt gesehen und 24 Stunden lang Kopfschmerzen.

Papa hat Würste vom Fleischer besorgt, die haben wir uns der Einfachheit halber gewünscht, außerdem gibt es dort, wo ich herkomme eine besondere Wurstfülle. Ich meine nicht die Auswahl an Würsten, sondern die Füllung der Würste. Die Bratwürste heißen schlesische Bratwürste und sind leicht mit Zitrone und Muskat abgewürzt. Diese gibt es wirklich nur in der Oberlausitz. Und heißen eigentlich „Schlabberwürste“, weil sie roh und ungebrüht, also „schlabberig“ sind. Am klassischsten sind sie bei uns eigentlich als Weihnachtsessen. Die Würste gibt es gebraten, dazu Sauerkraut, gebratene „geschmurgelte“ Zwiebeln und Kartoffeln. Und das Ganze dann zu Heiligabend, am 24.12., aber wir grillen sie heute einfach.

Weil wir bei meinem Papa sind, trinke ich ausnahmsweise auch ein Bier mit Papa.

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