18.07.2018 – 28 Grad Celsius

Ihr wundert Euch bestimmt schon, warum ich immer die Temperatur des jeweiligen Tages mit aufschreibe. Uns ist aufgefallen, umso wärmer, umso mehr Hiobsbotschaften oder Vorfälle oder Brisanzen. Wie ein Crescendo aus Wahnsinn steigt die Temperatur mit den Vorkommnissen oder die Vorkommnisse mit der Temperatur. Aber seht in den nächsten Tagen selbst:

Steffen muss heute wieder zur Anamnese ins Krankenhaus, diesmal nach Friedrichshain. Er muss dort in die Pneumologie, da ein Lymphknoten oberhalb der Lunge verdächtig nach Tumor aussieht. Dies soll morgen herausgefunden werden. Die Ergebnisse werden dann bis zum 27.07. dem Chefonkologen übersandt und dieser wird dann den weiteren Behandlungsplan für Steffen schmieden. Im Friedrichshainer Klinikum soll nun der Pneumologe durch den Mund in die Lunge ein Gerät einführen und von innen aus der Lunge in den Lymph pieksend eine Biopsie machen. So ein Eingriff muss natürlich stationär erfolgen und dafür braucht es wieder eine Anamnese. Seinen Termin bei der Oberärztin hat Steffen erst um 11:00 Uhr, deshalb holen wir zuerst alles vom gestrigen Auftrag ab.
Ich kaufe noch schnell in der Metro alles für die BlueManGroup ein, ist ja quasi auf dem Weg. Steffen bleibt draußen. Der Kontakt mit der alten Realität ist gerade zu schmerzhaft. Wir packen alles in Thermoboxen, dann geht’s ins Krankenhaus. Die Stimmung ist gereizt, wir schaukeln uns hoch, ich bin super zickig. Krankenhäuser machen mich verrückt. Eigentlich will ich immer nur wegrennen.
Vor 20 Jahren hatte meine Mama einen Hirnschlag und danach haben wir uns jahrelang in Kliniken, Pflegeheimen und ähnlichen Locations herumgedrückt, so dass mir in Krankenhäusern generell direkt schlecht wird. Diese Klinik ist obendrein etwas anders als die Parkklinik, also im absoluten Normalzustand. Kein Einzelzimmer, keine Duschpäckchen, kein leckeres Essen. Aber wir sind ja nicht auf der „Fritz Heckert“.
Mittags verlasse ich die Klinik und fahre in die Küche und bereite alles für die blauen Männer vor. Pünktlich zur Auslieferzeit ist auch Steffen fertig und ich hole in direkt in Friedrichshain ab. Noch schnell ein Zwischenstopp an der Apotheke, ich habe Billisan Duo bestellt. Ein natürliches Produkt aus Silberdistel und Kurkuma um die Leber zu unterstützen. Da ja Steffen nun seit fast einer Woche Antibiotika wegen seiner Borreliose bekommt, ist es nicht verkehrt, die Leber zu unterstützen, wenn es gerade die ganzen toten Borrelien aus dem Steffen herausschwemmt. Steffen beschreibt das Ganze übrigens als Kitzeln in den Lymphen. Das ist wahrscheinlich der Moment in dem die Borrelien von den Antibiotika vaporisiert werden.

Room with a view
Das Friedrichshainer Krankenbett
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