21.07.2018 -28 Grad Celsius

Früh um sechs klingelt der Wecker, gerne mache ich meiner Freundin frischen Kaffee und bringe ihn in unser Schlafzimmer, welches die beiden natürlich bekommen haben. Schnell noch ein paar Käsestullen geschmiert und Äpfel eingepackt und los geht’s in zwei Autos. Der Kangoo mit meiner Freundin und mir, Steffen hat darauf bestanden, dass ich nicht alleine fahre und ihr Freund fährt mit Wiener Kennzeichen hinterher, der Gute. Erstmal zur Metro und noch fix die Tiefkühlware und frische Kräuter eingekauft. Dann geht’s in die Küche und ruckzuck werden die Speisen aus den Kühlschränken in die Thermoboxen und dann im Auto verstaut. So schnell hatten Steffen und ich glaube ich noch nie ein Auto beladen. 6 Hände sind auch mehr als 4 Hände, simple Mathematik. Dann geht’s auf die Autobahn, man braucht maximal zwei Stunden bis nach Kröchlendorff in der Uckermark.

Es ist schön, mit meiner Freundin während der ganzen Fahrt im Auto zu reden und wirklich alle Themen anzusprechen. Es tut sehr gut, ab und an mit anderen zu reden, um deren Sichtweise auf die Dinge zu verstehen und vielleicht gar auf sich selbst anzuwenden. Tut natürlich dann auch weh. Aber dafür haben wir ja die Trost-Käsestullen dabei.

Als wir endlich da sind, gebe ich kurz den Schloßmädels Bescheid. Und muss natürlich wieder weinen. Warum? Na Steffen ist nicht dabei. Das wird jetzt wohl bei jeder Initialsituation ohne Steffen passieren, wenn ich darauf gestupst werde, dass Steffen nicht dabei ist.

Schnell ist alles in die Kühlräume und den Tiefkühler geräumt. Mit meiner Freundin als professionelle Köchin an meiner Seite eröffnen sich unbekannte Weiten und Seiten des Cateringdaseins und eine unglaubliche Struktur, die man nur in der Ausbildung lernt. Als Quereinsteiger kann ich nur staunen und lernen. Ihr Freund ist extrem flott in seiner Auffassungsgabe und lernt und arbeitet als kompletter Quereinsteiger extrem schnell.

Aber wie immer habe ich wieder irgend etwas vergessen. Diesmal die Beeren für die Quarkcreme mit Beeren der Saison. Also setze ich mich ins Auto und fahre die ca. 15 km nach Prenzlau. Während der Fahrt spüre ich eine Veränderung in mir. Ich spüre nichts. Keine Wut gegen mich, keine Enttäuschung, keine Angst, dass ich die Beeren nicht bekomme. Einfach gar nichts. Ich spüre gar nichts. Als hätte die Dauerüberreizung mit Emotionen dafür gesorgt, dass mein Körper in einen Schutzmodus geht. Ich fühle mich komplett gar nicht. Ich bin emotional aus. Ich bekomme die Beeren und meine Freundin macht die mit Abstand schönsten Desserts bisher.

Was sind wir drei doch für ein Killerteam. 19:30 Uhr steht das Hochzeitsbuffet für 70 Personen:

Gegen 20:00 Uhr verlassen wir das Schloß. Auf dem Rückweg durch die Uckermark und dank einer Umleitung halten wir an einer alten Feldstraße, welche von Mirabellenbäumen gesäumt ist. Die beiden frisch Verliebten packen sich ein Körbchen und pflücken 5 Kilo reife und saftige Mirabellen.

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Dann geht’s nach Hause. Steffen der Gute hat ein wunderbares Abendbrot zubereitet. Wir lassen den Tag Revue passieren.

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