25.08.2018 – 23 Grad– Tag 46

Es ist Samstag und es sind Schuleinführungsfeiern in Berlin. Aufgeregte Eltern bringen Ihre Schützlinge in fremde Obhut und das muss natürlich gefeiert werden. Die Anfragen für das Catering wurden bereits im Frühling bestellt. Aber das ist noch nicht wirklich zeitig, ich habe zum Beispiel jetzt schon Anfragen für die Schuleinführungsfeiern im nächsten Jahr.

Mein Wecker klingelt also 05:30 Uhr – ich bin wieder genau eine Minute vorher munter. Ich stehe auf, mach mich frisch und fahre direkt in die Metro. Bis Mittag habe ich zwei Cateringaufträge für die Schuleinführungen in Privathaushalten.

Das ist zugegeben wenig, in 2016 hatten wir an einem Tag acht verschieden Aufträge an verschiedenen Orten in Berlin. Ulf und Steffen machten eine Sternfahrt in mit Essen beladenen Autos in der ganzen Stadt. Aber dieses Jahr habe ich mit Beginn der Erkrankung und Bekanntgabe des ersten veranschlagten OP-Termins die die Nasenkorrektur von Steffen im August (ja, das hat sich natürlich dann alles geändert, aber so war das im Mai/Juni) sämtliche Termine im August abgesagt. Ich dachte, die Heilung der Nase nach der Nasenscheidewandkorrektur würde mindestens 4 Wochen dauern. Haha, ganz großes Haha. Ich dachte, das wäre ein Problem, das ich im August zu handlen hätte, aber danke Schicksal, dass Du uns eines „besseren“ belehrt hast mit deinem Potpourri aus beschissenen Optionen.

Nach diesen beiden Aufträgen muss ich noch für nachmittags die BlueManGroup fertig machen und ausliefern. Logistisch ist das nicht allein machbar, also habe ich mir wieder meine besten Personaler Ulf bestellt.

Kurz nach 11 kommt Ulf und holt die Chafing Dishes vom Vortagesauftrag bei der netten Familie am Rande Berlins ab, bringt diese zurück zu mir und liefert gleich im Anschluss die beiden frischen neuen Schuleinführungsaufträge aus. Ulf der Gute hat mir auch eine Zimtschnecke mitgebracht. In einer kleinen freien Minute essen wir diese schnell. Wie lieb, bis dahin hatte ich noch nichts gegessen und ein ordentliches Loch im Bauch.

Leider kommt man an solchen Tagen aus unerfindlichen Gründen nie dazu, eine Pause zu machen oder etwas zu essen. Nun bin ich schon seit 7 Stunden auf den Beinen und diese Zimtschnecke ist neben den Litern von Kaffee das erste Essen für mich. Der Vorteil ist, so kann man auch nicht Speck ansetzen. Der Nachtteil ist, ich ursche ganz schön mit meinem Körper herum.

Nachdem Ulf nach dem Ausliefern wieder zurückkommt, hilft er mir noch, das Auto mit dem Essen für die BlueManGroup zu beladen. Der Einfachheit halber gibt es heute Spaghetti Bolognese mit Fleisch bzw. vegan mit Tofu. Auf dem Weg zum Potsdamer Platz lade ich zuhause schnell Steffen ein, er muss mal nach seinem Briefkasten schauen.

Nach dem Ausliefern geht’s noch fix die Warmhaltebehälter und Platten von den beiden Schuleinführungsfeiern in den Privathaushalten abholen und in die Küche bringen. Steffen bleibt brav im Auto. Er darf nicht arbeiten und wir wollen ja nicht, dass bei der ersten Muskelanstrengung der Port herausploppt. Auf dem Heimweg von der Küche noch fix ein Video in der Videothek geholt und endlich sind wir zu Hause.

Ich habe einen Bärenhunger. Beachte: mein Energiehaushalt kommt immer noch nur von der Zimtschnecke und dem Kaffee. Aber, ohne Fleiß kein Preis.

Da ja Wochenende ist, darf Steffen heute ausnahmsweise Fleisch essen. Wir haben gesagt, einmal pro Woche gibt es Fleisch, aber dafür Bio und von nicht gequälten Tieren. Der Satz „Du bist, was Du isst“ macht immer mehr Sinn. Man merkt es schon, wenn man in der LPG, einem örtlichen Biomarkt, einkauft, die Leute sind extrem gechillt und überhaupt nicht aggressiv. Wenn ich zum Beispiel im Gegensatz den Einkauf in der Metro oder gar mit dem Einkauf in billigen Läden vergleiche. Nun also, heute gibt es Fleisch.

Und auf Wunsch eines einzelnen Herrn mal wieder Jiaozi, dies sind chinesische Teigtaschen bzw. japanische Teigtaschen, Gyoza.

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Die Japaner haben das Rezept von den Chinesen und, natürlich, verbessert. Sagen Sie. Die Japaner ist ja die kleine Herrenrasse des Ostens. Aber Essen machen sie fantastisches, die Japaner. Also machen wir Jiaozi/Gioza/chinesische Teigtaschen.

Mit chinesischem Essig als Dip und japanischen Chiliöl vereinen wir die fertig gegarten Teigtaschen und leckerer Misosuppe in unseren Mägen.

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Danach bin ich platt und verschwinde todmüde 21:30 Uhr im Bett.

Eigentlich wollten wir heute in einem Paralleluniversum nach Wien zu unseren Freunden fliegen, die Tickets waren auch schon gebucht, aber das hat sich Steffen noch nicht zugetraut. Wegen der ganzen Keime und Menschen und der Aufregung an den Flughäfen. Und, wenn wir schon nicht fliegen können, wollte ich im Bett liegend auf meiner Nerd-Flugzeugsverfolgungs-App dem Flieger mit dem Finger verfolgen. Aber, wer 21:30 Uhr ins Bett geht und sofort einschläft, verpasst einfach mal den Flieger um 22:00 Uhr.

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