25.11.2018 – 6 Grad – Tag 138

Der Morgen weckt mich wunderbar grau und neblig. Genau mein Wetter:

Graues Berlin
und der Nebel wunderbar

Aufgrund Steffens Nierenbeschwerden habe ich mich heute auf einen komplett faulen Tag mit mir selbst ein eingerichtet und feiere das mit einer Mädchenserie auf Netflix. „Die Kathedrale des Meeres“, das Buch hatte ich damals gelesen und regelrecht verschlungen und nun bin ich über die Serie gestolpert. Ich genieße jeden Moment, in dem ich im Bett liegen bleiben kann, mir den Kaffee ans Bett hole und genüsslich den Play-Knopf der Serie drücke. Steffen kommt ja erst am Dienstag wieder nach Hause. Ich feiere das gerade sehr.

Nach dem Kaffee mache ich mir ein Frühstück und noch einen Kaffee und verschwinde mit diesem fatalen Netflix ins Bett. Aber, irgendwann muss man natürlich auch aufs Klo und genau in diesem Moment ruft Steffen an. 

Du kannst mich abholen, ich kann nach Hause!

Komisch, ich freu mich gar nicht. Ich kann gerade nicht glauben, dass er das gesagt hat. Das ist bizarr. Und was ist jetzt mit meiner Serie, wie geht es weiter? Ich komme mir vor wie ein Drogenabhängiger auf Turkey.

Bekommt man die Dinge, die man sich sehnlichst wünscht, erst dann, wenn  man sie nicht mehr braucht oder wenn sie zumindest stören?

Das ist wie mit den Wünschen, die werden immer erst wahr, wenn sie nichts mehr nützen oder einen nicht mehr glücklich machen.

Also gut, na klar hol ich ihn ab. Natürlich freue ich mich. Als erstes gehen wir etwas zusammen Essen. Ich war ja nicht darauf vorbereitet, dass er heute bei mir zuhause ist. Also sind die Lebenserhaltungssysteme meines privaten Raumschiffes nur auf meine rudimentären Bedürfnisse ausgerichtet, aber niemals für einen hungrigen Charitépatienten, der gerade aus dem Krankenhaus kommt.

Dann gehen wir halt zu unserem geliebten Punkeritaliener und essen Pizza. Steffen ist auch noch eine Vorspeise und meine Vorspeise. Irgendwann ist er endlich satt.

beste Pizza Berlins
Pizza Incredibile vom Il Casolare

Nach dem Essen lässt mich Steffen zuhause aus dem Auto. Er hat Verständnis für mich, außerdem geht es ihm gerade noch gut, also möchte er auch nach Hause Steffendinge tun. Ich habe noch einen Nachmittag mit meiner Serie gewonnen.

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