28.08.2018 – 23 Grad – Tag 49

Endlich habe ich mal Energie. Nach zwei Tagen herumschippern in meinem persönlichen energetischen Mariannengraben kann ich Licht sehen. Ich springe aus dem Bett und setze mich direkt an den PC an diesen wunderbaren Blog und schreibe mein erstes Rezept. Und weil es so schön ist, habe ich es gleich noch mal für Euch überarbeitet und hochgeladen:

Reisbowl mit Gewürztofu

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Steffen beschäftigt sich immer tiefer mit Instagram. Mittags muss ich zu meiner Pilatesrunde. Diese rettet definitiv mein Leben bzw. meinen porösen Körper in diesen psychisch und körperlich schweren Zeiten. Meine liebe Lehrerin muss jedesmal meinen Körper neu entwirren und gerade biegen. „Dana, you are completely twisted“ … Der Rücken ist steif wie ein Brett. Am Empfang liegt ein Rezept für Cannabisöl für Steffen bereit. Ich freu mich, dass es mit der Verschreibung so reibungslos passt.

Nach der Pilatesstunde bin ich immer leicht verleiert und fahre mit dem Fahrrad nach Hause. Ich komme mir vor, wie Mister Burns bei den Simpsons, als er nach der Therapie leuchtend durch den Wald wandelt und „ich hab euch alle lieb“ säuselt. Daher verpasse ich zuhause direkt im Fahrstuhl Steffen, der mit dem anderen Fahrstuhl nach unten fährt. Bedeutet, er fährt runter, ich fahre rauf. Kein Problem, schnell haben wir uns zusammentelefoniert und fahren zum Araber am Mehringplatz Mittagessen. Falafel, Halloumi und Ayran. Vernünftig, extrem lecker, gesund und vegetarisch. Ich war nämlich kurz davor, mir ein Stück Buttercremetorte zu kaufen.

Danach fährt Steffen sich ein Stativ für seine Kamera kaufen, ich arbeite weiter an Angeboten und dem Blog. Es ist alles gerade sehr spannend. Abend machen wir uns eine Monsterportion Spinat mit Rührei und Kartoffeln, denn ab morgen is(s)t Steffen wieder in der Charité. Kennt ihr das? Ihr habt einen schön angerichteten Teller und dann vermanscht ihr alles zu einer homogenen Masse? Ich liebe das. Nichts ist schlimmer, als eine Gabel, auf der nicht alles zu gleichen Teilen darauf verteilt ist. Ja, das ist vielleicht etwas gaga, aber lecker!

Davor testen wir noch schnell Steffens neues Cannabisöl, welches er heute in der Apotheke hat herstellen lassen. Der Apotheker war auch ganz aufgeregt, da er das noch nie gemacht hatte. Wir wollen die neutrale Wirkung des Öls ohne die Chemotherapienebenwirkungen testen. Man träufelt 3 bis 4 Tropfen auf ein Stückchen Brot und gibt es unter die Zunge. Steffen haut es direkt weg, er macht ein Video für Freunde, welches plötzlich 10 Minuten lang wird und die Freunde schlafen beim zuschauen fast ein. Bei mir wirkt natürlich nichts. Ich kann sogar noch super mit meinem Papa telefonieren. So soll es auch sein, ist ja nicht für mich, sondern für Steffen. Und bei dem wirkt es. Top!

Mein Papa sagt mir am Telefon, dass meine liebe Tante Dana, ja, Dana wie mein Name – ich wurde nach ihr benannt – in Bratislava Brustkrebs hat und nun werde ich ihr gerne Tipps zur Nahrungsumstellung und Rezepte geben. Dieser Blog soll helfen!

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