29.09.2018 – 28 Grad – Tag 81

Die Lethargie der vergangenen Tage zahlt sich aus, offensichtlich ist ein gutes Schlafpensum erreicht. Wir wachen von allein schon eher auf, 07:15 Uhr. Die Sonne geht gerade auf. Steffen geht es schon viel besser als gestern, er fühlt sich viel fitter, er will sich bewegen. Also machen wir den Hollywood-Move und wollen gemeinsam mit offenem Haar – besonders Steffen – am Strand joggen. In 10 Minuten sind wir an diesem wunderbar kitschig weißen Sandstrand in Costa Rei und neben ein paar Rentnern sind wir die ersten Menschen. Wir fangen an zu laufen. Ich hasse laufen. Steffen tuen chemobedingt auch noch die Knie weh, dennoch wälzen wir unsere unegalen Körper ein paar Meter den Strand entlang. Pustend und prustend hören wir zwei bald auf und ich beschließe, ab morgen einfach zu schwimmen.

Motiviert und fit wie zwei Turnschuhe gehen wir fix nach Hause, holen uns Beutel und laufen zum Markt um uns mit neuem Gemüse und Obst einzudecken. Zurück beim Häuschen gibt es ein wunderbares Frühstück mit frisch gepresstem Orangensaft und leckerem Kaffee.

Villaggio di Monte Narba

Um 10 kommen uns M+E abholen, wir haben einen kleinen Ausflug ins Villaggio di Monte Narba geplant. Wir fahren in das wunderschöne Hinterland, fahren in San Vito ab, folgen der Route. Wir sind heute sicherheitshalber mit zwei Autos unterwegs, da jedes von uns Pärchen noch eine individuelle Nachmittagsplanung hat. Herr E. möchte nachher noch tauchen gehen. Kurz vor dem Ziel wird der Weg immer unwegsamer, ein Sicherheitsstaudamm, der kein Wasser führt, muss gequert werden. Wir steigen komplett auf den Jeep um, was schlau ist, und folgen weiter der Route. Schnell und sicher sind wir so am Fuße des Dörfchens Villaggio di Monte Narba angekommen. Eine idyllische und morbide Geisterstadt, die 1864 erbaut wurde und bis zu 900 Arbeitern Arbeit und Heimat bot. Die Berge wurden ausgehölt und Silber abgebaut. Die Tunnel gingen 500 Meter tief, auf 14 verschiedenen Ebenen. Ende des 19. Jahrhunderts waren die Silbervorräte nahezu erschöpft. 1916 wurden in der Villa Madama österreichische Häftlinge untergebracht, ein verhafteter österreichischer Major aus Langeweile diese wunderbaren Deckenmalereien erschaffen hat.

Im Jahr 1935 wurde das Gelände komplett verlassen, da die Silbervorräte der Minen erschöpft waren.

Nach und nach verfiel die Stadt und eine Steinlawine bahnt sich langsam ihren Weg.

Nach einer Stunde haben wir alles erkundet und gehen wieder zurück zum Auto. Beim kleinen Fiat angekommen, teilen sich unsere Wege. Wir werden uns abends wieder sehen.

Auf dem Heimweg fahren wir am Meer entlang, essen auf Wunsch eines einzelnen Herrn Calamari Fritti und machen Mittagsschlaf.

Abends kommen wieder M+E zum Grillen vorbei, für die beiden gibt es Burger und Roastbeef und für uns spanische Tortilla und Grillgemüse vom Rost. Und keinen Wein für mich! So.

Und wieder sind wir 22:00 Uhr völlig platt und jeder verabschiedet sich in sein Häuschen.

danaheidrich

Autorin, Bloggerin, Köchin, Witwe

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