Eine gewisse Morgenroutine pegelt sich langsam ein: direkt zum Sonnenaufgang gegen 7:30 Uhr werden wir jetzt schon von ganz alleine wach. Auch heute geht es Steffen wieder ein bisschen besser als gestern.

Er fühlt sich mit noch mehr Energie als am gestrigen Tag geladen. Wir gehen zusammen zum Strand, denn ich möchte heute früh gleich schwimmen. Steffen bleibt draußen, ihm ist es zu kalt. Aber mir ist wie jeden Morgen unglaublich heiß. Und mit dem Meer kann ich mich wunderbar herunterkühlen.

Aber warum ist das so?

Mein Leben ohne Schilddrüse

Seitdem mir 2013 die Schilddrüse komplett entfernt wurde, muss ich jeden morgen 112 µg Thyroxin nehmen. Dies ist lebensnotwendig, denn ich würde sonst langsam sterben, da das Schilddrüsenhormon lebensnotwendig ist. Ich mache immer Scherze, dass, wenn Weltuntergang ist und wir alle im Bunker hocken, ich die unnützeste Person bin, da wenn die Medikamente zur Neige gehen,  ich noch mal hinaus in die verstrahlte Welt gehen kann, um irgendetwas holen.

Egal, an diesem Morgen gehen wir baden, und das Schilddrüsenhormon macht, dass ich 20 Minuten lang mörderische Hitze habe. Also so Hitze, dass ich bei 10 Grad mit dem T-Shirt Fahrrad fahre. Und so eine Hitze, dass mich Steffen im Sommer in der Metro immer in der Tiefkühlabteilung stehend findet. Und heute muss ich mich eben im Meer abkühlen, wie ein Reaktorbrennstab.

Es sind wunderbare kleine Wellen, so klitzeklein wie in einem Teich. Das Wasser ist glasklar. Selbst wenn man bis zum Hals im Wasser steht, kann man noch seine eigenen Füße in 1,70 m Entfernung sehen. Ich fange an meine Bahnen zu schwimmen, das Wasser hat wunderbare 25 Grad, es ist kein Mensch am Strand. Die Sonne ist gerade aufgegangen. Es ist so unglaublich schön. Und ruhig. Nur das Wasser, die Wellen und ich. Und der arme Steffen bibbernd am Strand.

Irgendwann komme ich wieder aus dem Wasser. Wir gehen in unser Häuschen, ich dusche und Steffen macht Frühstück. Danach haben wir einen wunderbaren faulen Vormittag, ich male und Steffen liest.

Zentangle
Krakeleien von Dana mit roter Bete

Mittags werden wir M+E an der Tauchbasis abholen. Danach fahren wir mit dem Auto nach Cagliari, in die nächste große Stadt, die wunderbar an einer riesigen Bucht liegt. Kreuzfahrt- und große Kriegsschiffe liegen im Hafen. Die Stadt ist so alt, dass es hier sogar ein römisches Amphitheater gibt. Unter dem Felsen, auf dem die Altstadt gebaut wurde, haben die alten Römer eine riesige Wasserzisterne in den Stein gehauen, die jetzt noch perfekt glatte Wände hat. In der Zisterne wurde schon vor 2000 Jahren das Trinkwasser aus den Bergen gesammelt. Wenn man den Botanischen Garten, der ebenfalls wunderschön ist, besucht, kann man übrigens die Zisterne besuchen.

Es ist jedes mal wieder beeindruckend, wenn man sieht, zu welchen Bauten, Konstruktionen und welcher Kunst die Menschen schon vor so langer Zeit fähig waren.

Nach unserer Parkplatzsuche haben wir alle Hunger und finden in der Burganlage ein Kaffee, welches eine wunderbare Terrasse hat, von der man über die ganze Stadt sehen kann. Es ist wunder-wunderschön.

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Kochbuch bei Krebstherapie

Mittagspause
kleiner Snack im Cafè delle Arti in Cagliari

Später wird noch schnell im riesigen Auchan-Supermarkt eingekauft. Es wird heute Abend Pasta geben. Die Jungs kommen später wieder zum Essen bei uns vorbei.

Ausnahmsweise gibt es heute zum Nachtisch Torte, aber nicht für Steffen. Eine wunderbare Sache, die ich immer nur im Ausland finde, in diesen monströs riesigen Supermärkten wie Auchan oder Globus: Minitorten zum mitnehmen.

Und schon wieder ist 22:00 Uhr Schicht im Schacht.

Hüftgold
Buttercremetorte aus dem Auchan

Verrückte Insel.

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