31. März 2019

Ihr Lieben, Freunde des Blogs, Follower und Interessenten. Ihr lieben guten und tapferen Betroffenen der Krebserkrankung, Freunde, Bekannte, Empathen,

Offensichtlich war mein Daumen in Verbindung mit dem Enter-Button wieder schneller und hat den vorherigen Post herausgeworfen und den Namen des Blogs geändert …

Ich möchte mich kurz erklären, warum ich von Selbsthilfe bei Krebs zu Selbsthilfe bei Trauer geswitcht habe.

In den letzten Wochen nach Steffens Tod habe ich nachgedacht und gehadert, wie es wohl mit diesem Blog weiter geht. Der Blog hatte mir in den schweren Stunden von Steffens Erkrankung soviel Bestätigung und Liebe zurück gegeben.

Aber dennoch fühle ich mich als Versager, da ich Steffen nicht mit der Nahrungsumstellung weiterhelfen konnte.

Gleichzeitig hatten wir es jedoch auch bei diesem Krebs mit einem Endboss aus der Hölle zu tun gehabt. Niemand hätte diesen Krebs besiegen können.

Was bleibt nun? Wie kann ich würdevoll diesen Blog weiter betreiben?

Welchen Sinn hat es, einen Krebsblog zu schreiben, wenn Steffen nicht mehr lebt?

Ich verstehe, wenn Ihr dem Blog nicht mehr folgen wollt, wenn Ihr keine Hilfen mehr für Eure Krebserkrankung hier findet. Wenn ihr nichts vom Tod hören wollt. Gerne könnt Ihr mir jedoch noch Eure Fragen an dana@danaheidrich.com stellen, das ist überhaupt kein Problem.

Aber ich kann und will gerade nichts mehr darüber hier schreiben, ich bin bitter enttäuscht vom Leben. Gleichzeitig wurde mir jedoch eine zweite Chance von Steffen geschenkt.

Mit dem Tod kenne ich mich leider bestens aus, denn vor 8 Jahren starb meine geliebte Mama nach 12 Jahren aufopferungsvoller Pflege durch meinen Papa nach einem Hirnschlag im Jahre 1998, ich war da gerade 21 – also kein Alter, in welchem man sich mit dem Tod der Mutter auseinander setzen muss.

Und gerade starb mein lieber Steffen, ihr habt es leider verfolgen müssen.

Außerdem ist mein zweites Wohnzimmer sowieso der Friedhof. Ich schätze die Ruhe da. Interessiere mich für die Geschichten hinter den Grabsteinen. Was wohl diese Menschen in ihrem Leben umgetrieben hat. Und jetzt sind sie nicht mehr da. Jedes alltägliche Problem erscheint dann plötzlich so nichtig.

Der Tod gehört bei mir schon immer zum Leben dazu. Es scheint mein Lebensthema zu sein.

Früher gab es in den besseren Haushalten ein Memento Mori – kleine Kästchen mit Totenköpfen und Figuren, die man sich im Wohnzimmer aufgestellt hat, um sich stets der Vergänglichkeit des Lebens bewusst zu sein.

Nur wenn man sich ständig vor Augen führt, dass das Leben plötzlich zu Ende sein kann, kann man die Schönheiten des Lebens genießen.

Kleine Übungen für heute:

  • sagt einem Menschen, der Euch etwas bedeutet, was er Euch bedeutet
  • findet etwas Schönes und macht ein Foto davon. So eins zum Beispiel:
Spring
Frühling in der Oberlausitz