Bella Italia – seit Monaten zieht es mich zurück. Ach was, seit dem Moment, in dem ich vor nunmehr fast zwei Jahren auf der Bank am Comer See saß. Ich komme wieder, habe ich versprochen. Also begebe ich mich wieder auf einen kleinen Roadtrip durch Italien. Begleitet mich gerne.

Ab dem 06.06.2021 ist Italien kein Risikogebiet mehr, und ich bin dabei. Ich fahre nach Italien (wenn ich heute über die beiden Grenzen komme). Daher gibt es nur diesen einen kleinen Teasertext, für das, was noch kommen mag.

Vorbereitungen

Bei all der Verrücktheit, wieder allein Reisen zu wollen, braucht der Stier doch Sicherheit. Daher wollen Hotels gebucht werden. Seit zwei Wochen freue ich mir nun einen Ast über die potenziellen Unterkünfte.

Reisewarnungen

Beim Auswärtigen Amt habe ich mich bezüglich Italien natürlich informiert, ich bin ja nicht total crazy, und habe den Passierschein für die italienische Grenze ausgefüllt. Österreich ist nur Transitland und braucht keine gesonderte Erlaubnis. Keine Sorge, Österreich. Ein anderes Mal.

Corona-Test

Für Italien benötigte man gestern noch einen 48-Stunden gültigen PCR- oder Antigen-Test. Antigen hat ca. 25 EUR gekostet, der PCR 50 EUR. Entscheidet selbst. Seit heute ist dieser scheinbar obsolet, aber lieber haben statt hätten.

Den Impfausweis habe ich auch eingepackt und dann kann es losgehen.

Die Tour

Nun, das war zugegeben das Unspektakulärste: sieben Stunden Autobahn, beginnend mit einem wunderbaren Sommer in Berlin bei 25 Grad, welcher mich zu einem Sommerkleid verleiten ließ. In Jena wurde der Sommernachtstraum jäh von einem monströsen Gewitter beendet. Dieses emotionale Auf- und Ab zog sich dann bis südlich von Bayern durch, wo meine heutige Bleibe ist.

Im strömenden Regen entstieg ich meinem Reisegefährt und rannte wie ein begossener Pudel und im Sommerkleid in das Hotel. Gerne bediene ich alle Klischees über Städter.

Das Hotel ist ruhig, super sauber und hat riesige ruhige Zimmer, ein stabiles und massives WLAN und ein überraschend gutes Restaurant, welches mannigfaltiges zubereitet: Thailändisch, Sushi, Schnitzel und Pommes auch. Anderswo hieße es wohl Fusion-Küche. Der Service ist unfassbar freundlich und aufmerksam. Ich bestelle mir Käsespätzle und ein schönes Helles.

Hotel „Zum Papyerer“
in Lenggries

Fleck 5, 83661 Lenggries

Home

 

Ich sehe leider so gar nichts von der Umgebung hinter all diesem Dauerregen, ahne jedoch, dass hinter den Wolken Berge sein müssen. Große Berge.

Hier endet die idyllische Erzählung. Ab jetzt wird’s haarig.

Reißleine bitte jetzt ziehen. Danke.

Tipps für Introvertierte und Alleinreisende

  • Suche nur Hotels aus, die Geschäftsreisende (sind meist allein) für gut bewertet haben
  • Bewohner des Hotels können drinnen essen und müssen sich nicht mit den  Fremden draußen gemein tuen
  • Suche einen Platz hinten in der Ecke mit Wand hinter dir, die Leute Essen bestellt haben, sitzen nur im vorderen Bereich
  • Brillenträgern hilft das Brille abnehmen beim Abstand halten

Öffentliche Toiletten

Ach ja, Deutschland, deine Autobahntoiletten. Ein Schmach. Wir wollen die Weltführung der Technik sein, wir haben die weltbesten Ingenieure und Schlaumenschen. Reinlichkeit fließt wie Desinfektionsspray durch unsere Adern. Wir Deutschen sind geborene Weltverbesserer, Supergrüne, Fingerzeiger und Bessermenschen von alles. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Aber dann das:

Die öffentlichen Toiletten in Deutschland zeigen ein anderes Bild. Heerscharen von Menschen haben sich dort bereits vor dir in verschiedensten Posen entleibt. Kalt klebt nassfeuchte der Stahl am Oberschenkel. Beruhigend nur der Gedanke, dass durch die Oberschenkelhaut nichts eindringen kann.  Schlimm für die, mit Furunkeln. Ah… Furunkel.

Alles schwimmt. Sanft gleite ich kraft meiner glitschigen Sandalen auf einem leichten Wasserfilm in das erste Klo. Fast hätte die zwei-Meter-Frau den kleinen Mann, der da ohne abzuschließen strullert, zermalmt. Rückzug. Reminiszenzen an meinen letzten Hammam-Besuch mit öligen Füßen kommen hoch. Aber das hier ist anders. Ich springe zurück in meinen Wagen, da ich feststelle, dass alle Toiletten nicht abschließbar und überflutet sind.

Drei Rastplätze weiter finde ich dann doch eine einigermaßen annehmbare Toilette. Ein Himmel aus Spinnenweben. Den Müllsackhalter hat wahrscheinlich irgendein Knasti aus Bewehrungsstahl geformt. Ich kann seine künstlerische Lautschrift lesen.

Irgendein Irrer muss immer ein Nest aus dem gesamt verfügbaren Klopapier am Boden bauen, welches dabei sorgfältig mit illustrer Feuchtigkeit durchtränkt und nicht mehr nutzbar ist.

Die daraufhin folgende Händewaschtechnik hat wieder viel mit Glück zu tun, genauso wie davor schon die Klopapierwahrscheinlichkeit. Warum? Jedes Mal verlasse ich den Hort der Erleichterung mit noch mehr Fragen.

Im Vorteil ist, wer freizeitmäßig Skispringen betreibt. Aber wahrscheinlich sind diese Toiletten genauso hygienisch rein, wie die öffentlichen Verkehrsmittel der BVG. Passt schon.

Was trägt die Witwe?

Allein auf der Autobahn, Raststättenwahnsinn, Hitze im Sommer und schwitzige Oberschenkel. Klebrige Finger pulen Eier aus der Schale. Was trägt man da am besten?

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Ideal für den Snack zwischendurch. Niemand sieht Ketchup-Flecken und Eierschalenkrümel sind schnell weggewedelt.

Auch hier rettet dich das Blümchendesign vor allen Futtersünden. Schokoflecken gehen einfach unter. Ideal für Autobahntoiletten.

Hübsche Treter von Buffalo. Die alten Häsinnen von uns werden sich erinnern. Und wenn du nicht mit 1,80 m Größe gesegnet bist.  Here yo go. Ach ja, Ideal für Bleifuß auf der Autobahn!

90er? Gummibärchen! Mit dem Geklimper verscheuchst du auch den letzten widerlichen Typ auf dem Autobahn-WC. Außerdem bist du jetzt viel cooler als damals und kannst zuhauen.