Heute werde ich mit der Grimaldi-Fähre nach Sardinien überlegen. Aber vor dem Morgen gibt es bekanntlicherweise immer noch einen Abend. Und der wird feuchtfröhlich.

Ich habe gestern irgendwas mit meinem Laptop gemacht und daher streikt dieser jetzt. Ich kann die Blogbeiträge nicht in der gewohnten Qualität veröffentlichen und musste sie Tage später nachbearbeiten. Ich bin immer sehr gefrustet, wenn der Computer „no“ sagt.

Die abendliche Überraschung

Also fange ich an, vor Groll Weißwein zu trinken. Mitten in meine phlegmatische Weinsucht platzt der Vermieter mit meinen neuen Nachbarn für diese Nacht. Ein junges Pärchen aus Danzig.

Ich fremdel immer etwas mit neuen Menschen. Besonders hier, wo der Platz doch so schön zum Alleingenießen ist. Besonders für mich als Introvertierte.

Aber ich atme auf, denn wir verstehen uns sofort und teilen unser Essen und den Alkohol. Weil heute ist heute und morgen ist morgen.

Es gibt Kuchen von der polnischen Oma, polnischen Wodka und italienischen Schinken. Ein Traum. So schön. Das sind Momente, die ich liebe.

Entsprechend hart wird das Aufstehen am nächsten Morgen um 6:00 Uhr. Denn ich muss spätestens um 8:00 Uhr an der Fähre, die ich über Grimaldi-Lines vorab online gebucht habe, Richtung Olbia sein, um meinen Roadtrip zu vervollständigen.

Ab zur Fähre

Sicher noch etwas alkoholisiert fahre ich im Berufsverkehr durch die Stadt. Die Zeit, zu der ich an der Fähre sein muss, rückt immer näher. Ich werde panisch und nehme die falsche Abfahrt im Kreisverkehr.

Noch mehr Panik macht sich breit. Ich schicke ein Stoßgebet zu Steffen, da ich laut Google weit nach 8:00 Uhr ankommen werde, und 8:00 Uhr ist leider die Zeit, wann ich an der Fähre von Grimaldi Lines sein soll. Der Routenvorschlag macht gerade auch keinen Sinn. Also wende ich beherzt und aus 15 verbleibenden Minuten werden plötzlich 7 Minuten. Das sieht schon besser aus.

Ich finde sogar den richtigen Liegeplatz, da in Livorno mehrere Fähren ablegen und jede Firma an einem anderen Kai starten lässt.

Endlich durchatmen und die weitgereiste Club Mate aus meinem Kofferraum trinken.

Abfahrt!

Aufgeregt hetze ich von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Alles ist unglaublich aufregend und interessant. Ich benehme mich wie ein kleines Kind, starre mit offenem Mund, freue mich, daß der schwere Schiffsmotor so schön blubbert. Schleusen werden geöffnet für andere Boote, Armeeflugzeuge fliegen.

Und dann gehts reichlich verspätet los. Als der Kapitän auch noch kurz das Horn bedient, quietsche ich vor Freude. Heissa!

Mittagessen

Ich hab mir schon bei der Ticketbuchung vorab ein Businessmenü online gebucht, weil vorab billiger und bedanke mich bei meiner damaligen Weitsicht.

Das ist genau das, was ich jetzt brauche, denn nach gestern Nacht hab ich richtig unverschämten Hunger.

Bier geht auch schon wieder …

Ab jetzt bin ich mit der Fähre bis Sardinien/Olbia ungefähr 8 Stunden unterwegs. 

Die Situation ist perfekt für jemanden wie mich: keine Menschen, freie Platzauswahl und genügend Ruhe um meine derzeitige „Bibel“ zu lesen. Das ist das einzige Buch, welches mir gerade als einziges in meiner Trauer hilft und dieser Sinnlosigkeit einen vagen Sinn gibt.

Ankunft auf Sardinien

Irgendwann geht die Sonne unter und wir erreichen die Insel. Kurz vor dem Hafen kommt ein kleines Boot auf uns zu, wendet und beschleunigt auf unsere Geschwindigkeit. Vorn an der Spitze steht ein Mann und springt behend auf unser Schiff, als wäre das ein Spaziergang. Ich quietsche erneut. Was ich hier alles geboten bekomme.

Und Steffen zeigt mir weiter seine Präsenz:

Im Hafen liegt eine weitere Fähre mit einem riesigen Superman-Logo (hat er geliebt) und im Hafen ist ein Riesenrad aufgebaut, wie damals in den Urlauben auf Teneriffa.