Zukunft ist in diesen Zeiten ein gar fragiles Konstrukt. Wir alle wissen gerade nicht, wie es weitergehen wird. Dennoch werde ich ständig gefragt, wie es für mich persönlich weitergehen soll und womit ich in Zukunft Geld verdienen möchte.

Meines Erachtens geht das niemanden an, womit wer sein Geld verdient und wie viel er hat. Ich frage schließlich auch niemanden, womit er und wie viel Geld verdient.

Arbeitspflicht

Ich denke, es ist für viele einfach die größte Frechheit der Gesellschaft und den anderen gegenüber, nicht zu arbeiten. Wer nicht arbeitet, ist ein Schmarotzer und leicht plemplem, wenn er nicht freiwillig arbeiten will. „Arbeitsscheues Gesindel„. Gesellschaftstauglicher Nazijargon.

Nun, Vernichtung durch Arbeit haben wir ja bei Steffen effektiv hinbekommen, ich lebe jedoch noch. Halleluja.

Wenn dieser „arbeitsscheue“ Fremde sogar auch noch glücklich ist, wenn er nur er selbst und mit sich im Reinen ist, ist das durchaus merkwürdig, denn diese Person ist anders als der Rest der Gesellschaft. Das ist nicht gut. Was ist nur los mit dieser Person? Viele zermartern sich jetzt bereitwillig jeden Abend vor dem Schlafengehen des Fremden Kopf. Womit will er nur sein Geld verdienen???

Menschen, die nicht im gängigen System arbeiten wollen, sind suspekt. Und das aus dem simplen Grund, da der aufmerksame Mitbürger sich ja nun selbst in seinem hintersten dunklen Hirnkämmerlein fragen muss, warum und wofür er denn überhaupt selbst arbeitet. Denn die Beantwortung der Frage wird wehtun:

Warum gehe ich eigentlich arbeiten?

Die Antworten auf die Frage, warum man Geld verdient, sind mannigfaltig, simpel und furchtbar zugleich:

  • Die unmenschlich teuren Lebenserhaltungskosten in Deutschland zu bezahlen
  • Kredite aller Art abzubezahlen
  • Versicherungen zu bezahlen, die im Ernstfall nicht helfen, indem sie eine Lücke finden, warum sie genau unter dieser Konstellation nicht helfen müssen. Im Zweifel ist man im Falle des Erlebens auch noch tot.
  • Die Kinder sollen es mal besser haben
  • konsumieren
  • Fast die höchste Steuerabgabelast in Europa (2018 – 49,5%)

Meine Zukunft

Ich habe in den letzten Monaten festgestellt, dass ich am liebsten meine Lebenszeit nur noch mit mir allein verbringe. Ich kann sehr diszipliniert mir selbst Dinge erarbeiten und beibringen und bin tatsächlich den ganzen Tag beschäftigt. Verabredungen nerven mich und ertrage ich nur in homöopathischen Dosen.

Aber wisst ihr was? Es macht mir Spaß! Ich würde so gerne genau so mein Geld verdienen! Es macht mich (wenn man das so sagen kann, nachdem Steffens Tod das Leben als solches relativiert) glücklich, den ganzen Tag:

  • SEO zu optimieren
  • Metatexte zu verfassen
  • HTML zu begreifen
  • Einen Fernlehrgang für Vastu zu absolvieren
  • Rezepte zu kreieren und im Blog zu teilen
  • Malen und Zeichnen

Ich durfte mir dafür natürlich auch schon Sprüche anhören á la „von dem Gekritzel wirst du nicht reich“, „mit dem Blog kann man doch kein Geld verdienen“, „das mit deinen Ebooks wird doch nüscht“ und ähnliche Nettigkeiten.

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Kochbuch bei Krebstherapie

Ich stehe jedoch das erste Mal seit – ich weiß nicht wann – wieder jeden Tag gerne auf, der Wecker klingelt täglich 06:00 Uhr, von montags bis sonntags, da ich leider nur am Vormittag ausreichend Konzentration habe, um ein paar Stunden am Stück durchzuarbeiten. Die Trauer um Steffen hat mir einen echt üblen energetischen Hieb mitgegeben.

Aber ich habe jetzt eine Ahnung davon bekommen, was ich in Zukunft gerne machen will.

Kur

Aber vorher hat die Krankenkasse beschlossen, mich auf eine Kur zu schicken. Der Knall in meinem Kopf ist offensichtlich zu groß, sogar für die Krankenkasse.

Das ich einen Knall habe, wurde mir auch auf der letzten Familienfeier bestätigt, als es hart eskalierte:

Steffens Erzeuger blökte mich an, ich solle doch endlich aufhören, die ganze Zeit über den Scheiß zu reden. Mit „Scheiß“ war übrigens die Saat seiner Lenden – Steffen – gemeint.

Das muss man mal auf sich wirken lassen.

Nach dieser Aktion brauche ich gerade mal wieder meine Ruhe. Nur meine Gedanken und ich. Das wird Tage dauern, bis ich wieder klar komme. Manche Menschen sind einfach widerlich.

Homeoffice wäre toll!

Also wird meine Zukunftsarbeitswunschliste noch länger und klarer:

  • Homeoffice
  • Ortsunabhängig
  • Keine Menschen in direkter täglicher Zusammenarbeit (Großbüro, Küche, etc.)
  • Kein Bullshit – nach dem, was ich durchgemacht habe, ertrage ich kein sinnloses Geplänkel mehr

Und wenn ich mir dann die Erfahrungen der anderen über eine Arbeit im Homeoffice anhöre, was ihnen allen fehlen würde und warum die Arbeit im Homeoffice so furchtbar ist:

  • Keine Sozialen Kontakte
  • Kein Gequatsche
  • Keine Disziplin zuhause zu arbeiten
  • Fehlende Abtrennung Büro/Zuhause

Bin ich offensichtlich sowas von für das Homeoffice prädestiniert!!!

Es ist mein gelebter Traum!

Wie dieser dann konkret aussehen wird, schreibe ich in den nächsten Tagen, denn die Zukunftspläne nach der Kur werden jetzt definitiv konkret. Aber hier gibt es schon mal einen Teaser:

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Eine Idee für die Zukunft

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