Probiotika

Sind Probiotika gut für meinen Darm?

Während der Chemotherapie erhält man natürlich auch zwangsweise ein Antibiotikum um das Risiko einer Infektion zu mindern. Bei sechs Chemotherapien für Steffen sind das sechs mal zwei Wochen Antibiotika. Das ist eine ganze Menge. Da macht man auch kein Theater beim Arzt, man nimmt die Medikamente einfach.

Antibiotika – schädlich für den Darm?

Wenn man nun jemandem sagt, man nimmt gerade Antibiotika, sind dies die beiden Aussagen, die immer kommen:

  • oh, da kannst Du ja keinen Alkohol trinken
  • dann geht aber deine Darmflora richtig kaputt

Was macht dann der verängstigte Patient? Richtig, er geht in die Apotheke und kauft sich teure Pülverchen oder Tabletten von

Probiotika

genannt, um seine zerstörte Darmflora wieder aufzubauen. Und es macht „Kaching“ in der Apothekenkasse und man ist wieder sein Geld los.

Mittlerweile gibt es diverse Studien, dass diese fertigen Probiotika-Pülverchen vielleicht doch nicht so super helfen oder gar die eigene Darmflora beim Wiederaufbau behindern, weil – oh Wunder! –

  1. jeder Körper verschieden ist
  2. der Körper durchaus fähig ist sich selbst zu heilen, wenn er nicht immer gestört wird.

Das ist wie wenn man verreist, die ersten zwei Tage hat man vielleicht noch an der Nahrungsumstellung und den fremden Gewürzen und Zubereitungsarten zu knabbern und dann funktioniert alles. Man kann wieder wie gewohnt aufs Klo. Der Darm hat sich umgestellt und kann die neuen Speisen easy verarbeiten.

Dasselbe passiert nach einer Antibiotikabehandlung, wenn alles brach im Darm am Boden liegt und kaum noch eine Bakterie lebt und die restlichen Bakterien die Trümmer beräumen.

Gib diesen Bakterien das richtige Futter. Gib ihnen Kraft für einen Neustart. Und das Gute ist, nach jedem Antibiotika-Impact kannst Du einen Neustart für Deinen Körper wagen.

Gute und schlechte Bakterien

Verschiedene Studien haben herausgefunden, dass es gute und schlechte Bakterien im Darm gibt.

Die schlechten Bakterien sorgen für Verstopfung, Blähungen, Entzündungen und anderen Beschwerden und im schlimmsten Fall zu fürchterlichen Infektionen, wenn die guten Bakterien nicht eingreifen können.

Die guten Bakterien sorgen für die Immunabwehr, bessere Aufspaltung der Nahrungsmittel und am Ende für einen gesunden Zellaufbau und die richtigen Hormone.

In einem gesunden Menschen befinden sich diese Bakterien im Gleichgewicht und alles ist ausgewogen. Nach einer Antibiotika-Therapie sind auch die guten Bakterien meisten platt und die schlechten könnten die Herrschaft übernehmen. Das ist das, wovor Euch Eure Freunde gewarnt haben!

Aber, keine Panik! Die Lösung ist nah und sie ist simpel und preiswert:

Mit der richtigen Ernährung kann man innerhalb von wenigen Tagen, ich rede hier von zwei bis drei Tagen, seine Darmflora wieder neu starten ohne sich fremde Darmflora in den eigenen Darm verpflanzen zu lassen (ja das gibt es auch, so können adipöse Menschen wieder schlank werden – verrückt).

Dafür braucht es nur:

Prä- und Probiotika

Aber ich soll doch keine Probiotika aus der Apotheke nehmen, fragt Ihr Euch verwirrt. Ihr könnt natürlich machen was Ihr wollt, aber die gute Nachricht ist, Probiotika ist in einer ausgewogenen Ernährung leicht zu finden:

Probiotika

Probiotika sind verschiedene Bakterien, von denen die bekanntesten die Milchsäurebakterien sind. Also alles was ihr in

  • rohem Sauerkraut
  • eingelegtem Gemüse (Kimchi), Salzgurken – nehmt die frischen Produkte aus der Gemüseabteilung von Spreewaldrabe zum Beispiel, nicht die mit Essig eingelegten im Glas! –
  • vergorenem (Miso)
  • Joghurt (Sojajoghurt geht auch, der enthält auch Milchsäure)
  • Kombucha
  • Apfelessig

findet. Nehmt lieber Bioprodukte, wenn möglich! Wenn nicht, auch nicht schlimm. Dein Körper packt das.

Präbiotika

Präbiotika sind die Nahrungsmittel der Probiotika und die brauchen viel

Stärke

Hülsenfrüchte haben neben den Ballaststoffen eine bestimmte Stärkeart, die diese Bakterien lieben. Aus dieser Stärke können sich die Bakterien ernähren und neue gute Bakterien bilden.

Ballaststoffe

Gemüse aller Art hat die Ballaststoffe und Phytonährstoffe, die die verbliebenen Bakterien jetzt brauchen.

Nüsse und Vollkornprodukte sind ebenfalls reich an Nährstoffen und Nüsse sind ein besonders guter Energie- und Nährstofflieferant für die Probiotika.

Alles was nicht komplett verdaut wird und im Darm landet, ist gut für die guten Bakterien.

Es bedeutet im Umkehrschluss auch, dass man jeden Tag seinen Körper re-setten und optimieren kann. Für ein besseres Immunsystem, bessere mentale Verfassung und allgemeines Wohlbefinden.

Um es Euch einfach zu machen, hier eine kleine Einkaufsliste, von Dingen, die man immer im Haus haben kann und dein Darm klatscht in die Hände:

  • Gemüse und Obst in allen Farben und Formen, saisonal und frisch
  • Nüsse, alles was du magst. täglich zwei Esslöffel
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Kichererbsen, Kidneybohnen, schwarze Bohnen)
  • Sesam, Kürbiskerne, Leinsamen
  • frisches Sauerkraut, Salzgurken/Dillgurken mit Milchsäurebakterien – wie damals aus der Kruke
  • Miso, Kimchi
  • Vollkornbrot, Vollkornnudeln
  • Sojajoghurt mit Milchsäurebakterien
Präbiotika
Obst und Gemüse sind perfekte Präbiotika