Endspurt am Lago Maggiore. Die letzte Etappe meiner zweiten Italienreise mit mir selbst. Endlich Zeit für etwas Urlaubsfeeling und am Strand herumgammeln. Es ist schön hier.

Mein letztes Ziel dieser Italienreise ist der Lago Maggiore. Nach dem Gardasee und dem Comer See der dritte große und bekannte See in Norditalien. Ich kann mich noch erinnern, als Steffen und ich nach unserem letzten gemeinsamen Sardinienurlaub auf dem Rückweg über die Alpen geflogen sind und ich von hoch oben diesen und die anderen italienischen Alpenseen gesehen und über deren Schönheit gestaunt habe. Steffen war wie immer nach der Chemotherapie müde und schlief und ich drückte meine Nase an der Fensterscheibe des Flugzeuges platt. Ich hoffte damals inständig, dass wir diesen See einmal gemeinsam besuchen würden, aber daraus wurde leider nichts. Und heute schließt sich der Kreis, ich damals mit Steffen da oben im Himmel und heute allein hier unten.

Diese ständigen Schlaufen und Verbindungen des Lebens werden mir ständig bewusst gemacht. Es macht mich jedes Mal sprachlos, wie alles zusammenhängt, sich jedoch erst am Ende aufklärt. Genau so wie ein Orakelspruch. Man hat eigentlich die ganze Zeit das komplette Wissen, eine subtile Ahnung, aber erst am Ende fügt es sich zusammen und macht meist viel zu spät: Ah!

Hotel Albergo Riva

Ich habe mir für die letzten beiden Tage ein familiengeführtes Hotel mit Privatstrand ausgesucht. Nichts widerstrebt dem Misanthropen in mir mehr, als sich mit vielen Menschen um einen Liegeplatz auf einer großen Fläche zu streiten um dann dicht an dicht gedrängt umgeben von anderen lauten Menschen liegen zu müssen. Der Punkt, dass man hier pro Liege auch noch weitere fünf Euro zahlen muss, war für mich ein Indikator, dass das Geld wie immer Spreu von Weizen trennt.

Bei Ankunft, es sind schon wieder 31 Grad und es ist erst 14:00 Uhr, reserviere ich mir sofort an der Rezeption eine Liege. Heute werde ich nicht mehr die Welt verändern oder besichtigen. Heute Nachmittag ist einmal Urlaub angesagt: Strandliege, Buch und ab und zu mal ins Wasser.

Ist das Hotel ideal als alleinreisende Frau?

 

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Habe ich mich aufgehoben gefühlt?

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Subjektives Sicherheitsgefühl

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Stärke des Wlan

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War das Zimmer komfortabel (Raumgröße, Bett, Ruhe)

Isola Bella, St. Caterina und Isola Peschera

Am nächsten und letzten Tag habe ich mir nach dem gestrigen Faulenztag eigentlich fest vorgenommen, an diesem Tag vormittags zu arbeiten. Nachmittags wird es meist zu heiß und lässt meine Hirnzellen gerinnen. Aber es ziept mich dennoch unvernünftig nach einem Spaziergang, denn am Morgen ist es noch relativ kühl und die Hotelmama sagte mir, dass sich unweit ein Kloster mit einem heiligen Eremiten darin befindet. Der ist natürlich schon längst tot, also so ungefähr 1000 Jahre lang, aber seine Mumie wird dort ausgestellt und angebetet. Das hat sich der Ruhe und Erleuchtung suchende Eremit sicherlich anders vorgestellt, aber so läuft das manchmal mit den Wünschen. Und zum Thema Mumie: genau mein Ding.

Also wähle ich wieder mein Ausschnittkleid – ja sorry, ich habe nur drei Kleider mit, wer hätte denn gedacht, dass dieses Jahr noch Sommer wird. Und da ich öfter die Orte als die Kleider wechsele und Rei aus der Tube Leben rettet, merkt das auch keiner, außer vielleicht der aufmerksame Leser.

Das Ausschnittkleid übernimmt wieder die Herrschaft im Kloster, die Nonnen gucken verbiestert, nur der Gärtner strahlt. Ich kaufe mir ein Ticket für den Eremiten, denn ein Eremit ist per se ein Held für alle Misanthropen. Unter dem Vorwand irgendeiner Message aus dem Himmelreich versteckt er sich in irgendeiner Höhle und macht wilde Dinge. So wie ich halt auch zum Beispiel, jedoch ohne Message aus dem Himmelreich.

Bei der Bezahlung des Tickets erfahre ich, dass ganz unten am Seeufer ein Boot nach Stresa und auf die verschiedenen Inseln im Lago Maggiore fährt. Eigentlich eine schöne Idee, wo ich schon mal da bin. Upsi, gleich noch mitgekauft. Da geht er hin, der Arbeitsschub des Vormittags und ehe ich mich versehe, sitze ich dekadent auf dem Bötchen, grinse debil in die Sonne und mache diesen letzten Reisetag für mich perfekt.

Isola Bella

Auf der Isola Bella im westlichen Seitenarm des Lago Maggiore befindet sich ein wunderbarer Palazzo mit einem riesigen Garten, den man besichtigen kann. Leider kostet das Ganze 18 EUR Eintritt, die mir mittlerweile an den Hintern gebacken sind. Das Geld rinnt mir aus den Fingern, wie Taler aus der kaputten Slotmaschine. Nach reiflicher Überlegung beschließe ich, das Geld lieber in Essen zu investieren, denn heute ist mein letztes richtiges Mahl, bevor ich wieder nach Deutschland muss.

Aber was soll auch aus meinem Reichtum werden, wenn mein Anlagetipp wie folgt lautet:

Danach trete ich langsam wieder die Rückreise mit dem Boot an. Bella Italia fehlt mir jetzt schon, aber die Menschen in der Heimat fehlen mir auch.

Wie kann man das nur vereinbaren? Ich glaube, das ist der ewige Zwist im Leben…

Denn ich bekomme natürlich Hunger, es ist schließlich 12:00 Uhr. Die Fischerinsel war die Empfehlung der Ticketverkäuferin, um Mittagessen zu gehen und natürlich sollte es Fisch beinhalten, bin ja nicht umsonst auf der Fischerinsel und da es mein letztes Essen hier ist, sollte es auch lecker sein. Also entscheide ich mich für Fischfilet und gegrilltes Gemüse. Ach, Bella Italia.

Was trägt die Witwe am Lago Maggiore?

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Diese Minikleider sind gerade der heiße Scheiß in Italien. Passt super aufs Boot mit dir drin!

Sonne überall? Ganz gefährlich für Stubenhocker wie dich und mich. Sonnenhut hilft ein bisschen, damit man nicht noch verrückter wird.

Das wichtigste Accessoire für Introvertierte ist die Sonnenbrille. Besser kannst du kaum andere beobachten und deinen Kokon schützen und Abstand halten.

Gebämsel? Wichtig! Es muss glitzern und klimpern. Und wie immer gilt: mehr ist mehr. Außerdem von Liebeskind aus Berlin. nice