+ brown and white bear plush toy

Heftpflaster

Jeder kennt ihn, jeder hasst ihn, diesen Schmerz, wenn man an einer größeren Wunde das Heftpflaster mal wieder abziehen muss. Und man hat mittlerweile gelernt, dass dies nur mit einer schnellen Bewegung geht. Umso langsamer man das Heftpflaster abzieht, umso größer der Schmerz.

Genauso ist es mit der Trauer. Trauer und Verlust schmerzen dermaßen, dass man in eine Schockstarre gerät. Man kann nicht mehr dieses eine Lied hören, diesen ganz bestimmten Film sehen, an diesen einen Ort reisen oder das T-Shirt des Verstorbenen aus dem Schrank nehmen.

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+ Pieroggen mit Kartoffel-Pilz-Füllung

Essen bei Trauer

Herbst is coming – wir spüren es alle. Der Sommer liegt in seinen letzten Zuckungen. Und mit dem Spätherbst verbinden viele Menschen wiederum naturgemäß den Tod. Auch ändert sich die Ernährungsweise bei kühleren Temperaturen. Was ist also das ideale Essen bei Trauer? Vielleicht Comfort Food?

Trauernde kennen das: jede Jahreszeit aufs Neue werden Erinnerungen an den verlorenen Menschen hochgespült. Jeder erste Tag einer neuen Wetterkapriole bringt neue alte geliebte Erinnerungen mit sich:

  • der Geruch von Sommeregen auf Asphalt
  • der klare blaue und weite Septemberhimmel
  • raschelndes gefallenes Laub
  • Stürme, die das Haar zerzausen und der Mensch ist nicht mehr da, der mit dir in den nächsten Hausflur sprintet
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+ Frau in den 50ern vor dem Spiegel

Happy End – Omi 3. Teil

Hier kommt nun der dritte und letzte Teil meiner Retrospektive auf das Leben meiner großartigen Omi. Ein lebender Beweis, dass man erst glücklich wird, wenn man seinem Herzen und seinem Bauchgefühl folgt.

Nach den letzten beiden Einträgen, dem 1. Teil, in welchem ich über Omis Kindheit schrieb und dem tragischen 2. Teil über die unglückliche Liebe zu meinem russischen Opa, folgt nun der dritte und letzte Teil.

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+ grayscale photo of a cluster of bell flowers with scratched surface

Mein russischer Opa

Lange genug habt ihr gewartet, daher kommt nun die Fortsetzung zu meinem letzten Blogeintrag. Ich nehme euch mit auf eine kleine Zeitreise 70 Jahre zurück in die Vergangenheit und berichte von meinem russischen Opa Sascha.

Von dem leckeren Mittagsmahl träge, saßen wir Beine baumelnd auf der Hollywoodschaukel unter den Apfelbäumen. Im Schatten war es wunderbar kühl, Opi war schon gegangen.

Gespannt fokussierten wir zwei nun meine Omi und warteten, dass sie endlich mit ihrer Geschichte beginnen würde:

„Omi, wie war das denn nun damals mit dem russischen Soldaten?“

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+ joyful adult daughter greeting happy surprised senior mother in garden

Interviews

Letzte Woche Mittwoch ist meine Omi gestorben. Und am selben Tag hatte ich ein wunderbares Interview mit der lieben Eva vom Trauer-Radio. Ein ganz normaler Tag in meinem Leben mit der kompletten emotionalen Bandbreite.

Meine Omi ist in dem für mich – noch – unglaublichen Alter von 89 Jahren gestorben. Sie hat also 49 Jahre länger als Steffen gelebt. Mit 49 Jahren hatte meine Mama ihren Hirnschlag und wurde für immer aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Schon wieder ist alles irgendwie verbunden. Meine Omi hatte also zwei Leben in ihrem einen Leben. Eigentlich drei. Aber dazu später mehr.

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+ woman wearing grey long sleeved top photography

Im Jetzt sein

Du musst mehr in deiner Mitte sein, lebe doch einfach im Jetzt! Schon wieder so ein Esogeschwurbel, denkt man sich. Aber ist da vielleicht etwas dran? Wie lerne ich, mehr im Jetzt zu sein?

Wir schreiben nun August 2020. Das Jahr ist über die Hälfte rum. Was war da noch mal im Januar? Und stimmt ja, in fünf Monaten ist Weihnachten und der Jahreswechsel.

Die Zeit rast und umso älter man wird, scheinbar immer schneller. Kaum weiß man noch was im Januar passiert ist, hätte man nicht all seine digitalen Fotos irgendwo chronologisch gespeichert. Und oje, was machen wir eigentlich zu Weihnachten? Wo feiere ich Silvester? Wie soll das hier gerade alles bloß weitergehen?

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+ drinking glasses

Tipps für mehr Hollywood im Leben

Sommerloch und Langeweile. Also, ein bisschen Langeweile, zumindest nach dem Höllenritt der letzten Monate. Und Urlaub geht nur noch safe in Deutschland. Das Leben ist kein Hollywood.

Dieses Jahr hat einem zwar schon unglaublich viel abverlangt und ich denke nicht, dass wir das Ende der Fahnenstange schon erreicht haben. Da kommt bestimmt noch ein dicker Klops, der uns am Ende sagen lassen wird: ach der Buschbrand in Australien war zwar schlimm, aber im Vergleich zu dem ganzen Rest: Peanuts.

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+ Zuggleise in Birkenau

Auschwitz-Birkenau

Ich persönlich beschäftige mich schon immer mit den schlimmen fatalen historischen und morbiden Fakten, die allzu gerne von den satten und arrivierten Menschen verdrängt werden, denn zu groß ist die Angst vor dem eigenen Tod. Natürlich habe ich daher auch Auschwitz-Birkenau besucht, wenn ich schon mal in Krakau bin.

Wer schon einmal einen tiefen emotionalen Verlust erlebt hat, kennt vielleicht dieses Gefühl: man fühlt sich in der normalen Gesellschaft nicht mehr verstanden und unwohl. Alles erscheint oberflächlich, man wird mit seinem Schmerz nicht ernst genommen und wahlweise als irre abgetan. Die normale Welt schmerzt nur noch, weil man weiß, dass man nie wieder Teil des Ganzen sein wird, weil genau ein wesentlicher Teil der eigenen normalen Welt für immer vernichtet wurde.

Triggerwarnung! Diesen Blogeintrag nicht lesen, wenn Du sensibel bist. Explizite Wortwahl und Beschreibung.

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+ Gastronomie in Polen

Gastronomie in Krakau

Nach der letzten Horrorgeschichte über das Essen in Polen in den 90ern möchte ich euch nun zeigen, wie die Gastronomie in Krakau aktuell aussieht und welchen Turbo dieses junge Land seit den 90ern hingelegt hat. Dies ist ein Blogeintrag über Essen in Krakau.

Ich hatte mal wieder einen Massel. Nach fünf Stunden mit dem Auto parkte ich dieses ziemlich erschöpft auf der Straße vor meinem gebuchten Hotel, denn dass Tor zum eigentlichen Parkplatz war verschlossen.

Was ist da los? Also laufe ich hin, sehe eine Telefonnummer, diese ist dieselbe wie die vom gebuchten Hotel und rufe die Nummer an. „Es tut uns so leid, das von Ihnen gebuchte Hotel ist leider geschlossen. Wir haben sie daher umgebucht. Sie wohnen jetzt im Hotel Imperial direkt am Rathausplatz, einem 4-Sterne-Hotel. Kommen Sie bitte vorbei, wir haben uns auch um einen Parkplatz für Ihr Auto gekümmert.“

+ fritky in kraków

Essen in Polen

Ich bin immer glücklich, wenn ich allein reise, neue Orte mit mir erkunde, meine Ruhe habe und nur mich. Und ich liebe Polen. Aus den verschiedensten Gründen. Und in Krakau war ich noch nie. Also ab ins Auto Instantglück generieren.

Wie sagte meine Psychotherapeutin letzte Woche zu mir: du musst wieder heil werden, das geht nur, wenn du hart nur das machst, was dich glücklich macht. Also mach ich jetzt nur noch Dinge, die mich glücklich machen.

Also fahre ich in ein Land, welches mich seinem Herzblut, Salzgurken und Pierogi aufpäppelt. In ein Land, welches solche Sätze prägt wie „Familie ist am schönsten auf dem Foto … aber sorge dafür, dass du in der Mitte vom Bild stehst, da kann dich keiner wegschneiden“

Genau mein Ding. Und meine Seele dürstet nach Herz und Empathie. Und wie zwei Teilchen sich anziehen, braucht mein russisches Genom ab und an „sto-gram“ vom Ostblock.

Kalte Rote-Bete-Suppe mit Kefir

Es gibt viele Namen für dieses einfache Glück aus Roter Bete und Kefir: Swekolnik, Schaltibarschtschiai, Saltibarsciai, Chlodnik. Aber eigentlich ist es doch „nur“ kalte Rote-Bete-Suppe mit Kefir. Und Glück, pures Glück!

Geben wir es zu, wenige werden sich die richtigen Namen für diese Leckerei merken können, außer sie haben Connections oder eine Affinität zum Ostblock. Beides ist bei mir vorhanden und daher möchte ich mit euch gerne dieses leckere und kühlende Sommerrezept für eine kalte Rote-Bete-Suppe mit Kefir teilen. Ich habe dieser Suppe einen Touch Dana verpasst, sie also ein kleinwenig gepimpt.

Aber vorher nehme ich euch noch zu einem wilden Ritt um den Erdball mit:

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+ Engelsfigur auf dem Friedhof mit zerplatztem Schädel

Geld verdienen

Zukunft ist in diesen Zeiten ein gar fragiles Konstrukt. Wir alle wissen gerade nicht, wie es weitergehen wird. Dennoch werde ich ständig gefragt, wie es für mich persönlich weitergehen soll und womit ich in Zukunft Geld verdienen möchte.

Meines Erachtens geht das niemanden an, womit wer sein Geld verdient und wie viel er hat. Ich frage schließlich auch niemanden, womit er und wie viel Geld verdient.

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