Erbseneintopf

Was kann man prima vorkochen, hat dann mehrere Tage was davon, wird jeden Tag besser und ist obendrein gesund, proteinreich und voller Minerale und Eisen und probiotisch? Erbseneintopf!

Warum vorkochen?

Ein schlimmer Nebenaspekt des allein auf dieser Welt Zurückbleibens ist der, dass man nun ständig nur für sich allein kochen muss.

  • man will aber nicht die ganze Woche dasselbe essen
  • und jedesmal eine Stunde in der Küche stehen
  • Pasta jeden Tag wird langweilig
  • Abwechslung ist jedoch super

Also koche ich vor.

Ich koche meist vier Portionen vor und friere den Rest dann einfach in den leeren Eiscremeschachteln ein, deren Inhalt ich den ganzen Sommer fleißig in mich hineingespachtelt habe, so dass wenigstens mein Körper expandieren konnte. So ist da auch mehr Platz für Erbseneintopf. Im Körper und im Tiefkühlfach.

Natürlich kann ich auch Freunde einladen, aber nicht täglich, denn da streikt auf Dauer meine Leber.

Also suche ich nach Möglichkeiten, wie ich Abwechslung in meine Ernährung bekomme und eine Antwort darauf ist unter anderem: Erbseneintopf.

Winterzeit

Außerdem sind die Temperaturen in den letzten Nächten unter 0 geklettert, wodurch mein Balkon ein gigantischer externer Speicher für Lebensmittel wurde. Das geht so lange gut, bis die Krähen gelernt haben, die Deckel von den Töpfen zu schupsen.

Und gestern hat es mich abends komplett weggeknallt.

Was ist passiert?

Ich schreibe ja die letzten 11 Monate mit Steffen für mich auf. Vielleicht wird es aber auch ein Buch, so wie das Indienbuch?

Es wäre aber schon großartig, wenn es ein Buch werden würde. Was meint Ihr, soll ich das als Buch herausbringen? So mit der Reise nach China und dem allen, was nicht im Blog steht?

Aber nun, gestern war ich bei den letzten 30 Lebenstagen von Steffen in meinem Tagebuch angelangt und drösel diese sorgfältig auf und wandel die Stichworte in ganze Sätze um und rekapituliere jeden einzelnen Tag anhand von Fotos und Kalendereinträgen.

Genau diese Tage, die mein Bewusstsein bisher fein säuberlich in Kisten verpackt und bei seinem scheuen Untermieter, dem Unterbewusstsein untergestellt hat. Selten wird dieser Untermieter besucht. Er ruft meistens einfach an und sorgt dann dafür, dass man ferngesteuert von selbst irgendwie handelt. Also treffen sich das Bewusstsein und das Unterbewusstsein selten auf einen Kaffee, denn das Unterbewusstsein ist immer etwas anstrengend.

Und gestern habe ich einfach so, ohne nachzudenken und ohne Vorwarnung, genau diese eine Tür aufgerissen und das Leuchtstoffröhren-Licht in der Wohnung des Unterbewusstseins angemacht – Erbseneintopf.

Die Gedärme, das Herz und das Hirn fühlten sich sofort an wie Erbseneintopf. Ein großer Mansch aus Pein. Das war es dann für den restlichen Abend.

Mir hat es lange nicht mehr so dermaßen die Füße weggerissen. Freunde haben mir dann telefonisch geholfen und auch der restliche Wodka von der Beerdigung. Danach war es nicht mehr ganz so schlimm.

Also gehe ich es jetzt so an: Feuer mit Feuer bekämpfen. Gegen den Erbseneintopf in mir gibt es hier ein fantastisches Rezept zum selbst nachkochen. Ist sogar vegan, der Erbseneintopf.

Ich lasse den Speck komplett weg, denn die Erbsen haben schon selbst ein fantastisches Raucharoma. Außerdem erinnern mich die am Schluss im Teller herumtrudelnden Speckstücken in der Erbsensuppe an Wasserleichenfetzen und werden einfach nicht benötigt.

Die Würstchen kann man zum Schluss mit in den Erbseneintopf hineinwerfen, wenn man will. Räuchertofu geht aber auch.

Erbsensuppe mit Bockwurst
Erbseneintopf mit Wiener Würstchen
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Erbseneintopf
Was kann man prima vorkochen, hat dann mehrere Tage was davon, wird jeden Tag besser und ist obendrein gesund, proteinreich und voller Minerale und Eisen und probiotisch? Erbseneintopf!
Erbsensuppe mit Bockwurst
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 4 Stunden
Wartezeit 10 Stunden
Portionen
Portionen
Zutaten
Vorbereitung 10 Minuten
Kochzeit 4 Stunden
Wartezeit 10 Stunden
Portionen
Portionen
Zutaten
Erbsensuppe mit Bockwurst
Anleitungen
  1. Die Erbsen mit der vierfachen Menge kaltem Wasser am Vorabend bzw. 10 h lang einweichen
  2. Das Erbsenwasser zum kochen bringen - unbedingt ohne Salz, da sonst die Erbsen nicht weich werden - und 3 h lang leicht vor sich hinköcheln lassen
  3. Suppengrün putzen und in kleine Würfel schneiden
  4. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, das gewürfelte Gemüse hinzugeben und kurz anschmoren, mit Pfeffer und Salz würzen und mit dem Lorbeerblatt und Majoran (wenn das nicht im Küchenschrank ist, fehlt es auch nicht wirklich) in das Erbsenwasser geben
    Suppengrün schmort in der Pfanne
  5. Die Kartoffel ebenfalls schälen und würfeln und zu der Suppe geben
  6. eine weitere Stunde köcheln lassen, bis alles weich ist. Gegebenenfalls mit einem Kartoffelstampfer leicht zerquetschen und dann abschmecken
  7. Am Schluss einfach Würstchen, Knusperspeck, Räuchertofu oder worauf auch immer du Lust hast hinzugeben und erhitzen.
  8. Butterstulle schmieren und dazu essen!