Jedes Jahr am 10. September ist Welttag der Suizidprävention. Ich habe lange gezögert, darüber zu schreiben, nehme ich also diesen Tag als „Aufhänger“, gehört der Suizid doch genauso zum Leben, wie Trauer und Liebe.

Achtung Triggerwarnung! Im ganzen Text. Lesen auf eigene Gefahr. Leben tötet. Hier noch die Nummer für die

Telefonseelsorge:  0800 1110111

Das hier geschriebene ist ausschließlich meine persönliche Meinung und meine Erfahrung mit dem Thema. Es ist mein Weg, wie ich es geschafft habe, mich aus diesen Gedanken zu lösen! Und wenn es dir auch so geht, dass es erst richtig interessant wird, wenn da steht „Triggerwarnung“ oder FSK ab 16 oder gar 18!!! Deswegen auch hier die Warnung. Und explizite Aussprache gibt es auch gleich. Bitte. Danke.

Kein Thema wird so nicht-diskutiert und totgeschwiegen, wie der Suizid. Wenn man das Word Selbstmord oder Suizid in den Mund nimmt, steht sofort reflexmäßig jemand da und es bricht aus ihm heraus: „das kannst du doch so nicht sagen“, „ne, das macht man nicht!“ „Das Leben ist doch so schön!“. „Lebensmüde? Wie kann man sich nur umbringen?“ „An dem Tod ist doch bestimmt jemand anderes schuld!“

Suizid

Ein Suizid ist deswegen so furchtbar, weil er die liebenden Mitmenschen allein ratlos zurücklässt. Vielleicht gibt es noch einen Brief, der jemandem die Schuld gibt, vielleicht gibt es auch gar nichts. Mühsam beginnt nun die Suche nach den Gründen. Hätte ich irgendetwas ändern können? Hätte ich den Suizid verhindern können? Jedes Schriftstück bekommt nun eine tiefe Bedeutung, die wir diesem unter normalen Umständen niemals beigemessen hätten.

Hat man bei einem „normalen“ Tod noch die Möglichkeit dem anderen Unfallverursacher oder der Krankheit, die die Todesursache war oder dem Alter die Schuld am Tod geben, liegt bei einem Suizid die Schuld gefühlt dank genügend Selbstzerfleischung bei einem selbst. Taktlose Äußerungen von Mitmenschen sorgen für den verstärkenden Rest.

Kurt Cobain

Ich kann mich noch genau erinnern, wie mir damals im Alter von 16 Jahren der Suizid von Kurt Cobain die Füße weggezogen hat. Hatte ich doch gerade mit meinem damaligen Freund geplant, nach Berlin zu trampen, um im März Nirvanas „In Utero“-Konzert zu sehen, schießt der Typ sich doch kurz danach am 05.04.1994 die Rübe weg.

Ich selbst gefangen inmitten des ganzen Pubertätswahnsinns, war Kurt Cobain der erste Suizid, mit dem ich mich vollumfänglich zu beschäftigen begann. Also die Fragen: Warum? Wie? und was hat die Hölle damit zu tun? Kurt Cobain war für mich damals der erste Mensch, der für mich relevant war und sich selbst entschied, aus diesem Leben zu gehen, da er dieses nicht mehr ertrug.

Meine Suizid-Erfahrung

Ich kannte dieses Gefühl bereits, zwar auf einer kindlichen Ebene der Hilflosigkeit, in der Vermeidung die einzige Lösung war. Und die letzte Form der Vermeidung des Lebens ist der Tod. Damals in der 7./8. Klasse wurde ich in meiner Schule von einer Mitschülerin gemobbt. Sie hetzte die ganze Klasse gegen mich auf und alle machten mit. Krankstellen funktionierte nicht mehr, niemand nahm mir mehr meine Bauchschmerzen ab.

Also trank ich die Flasche mit dem Teppichreiniger mit dem Totenkopf darauf, weil ich das Mobbing nicht mehr ertrug. Vielleicht wollte ich einfach eine Lösung, dass man es glaubte, dass es wirklich so schlimm war.

Ich wusste einfach keinen Ausweg mehr und keiner der Erwachsenen oder Lehrer konnte mir helfen, die Mitschüler haben alle einfach mitgemacht. Der Teppichreiniger war offensichtlich wirkungslos und der Vorfall löste sich kurz darauf von selbst, weil die Mobbinganführerin mit ihrer Mutter bei der Maueröffnung in den Westen ging. Übrig blieb eine große Abscheu vor Schulklassen, Menschenansammlungen und der Psychologie der Massen.

Nicht ohne Grund ist der Suizid für mich ständig der Exit aus allem gewesen. Wenn es nicht mehr auszuhalten geht, dann werde ich es eben tun. Ich habe es noch niemandem gesagt, aber ich lag zu Cateringzeiten oft in der Wanne und hatte das Messer parat und auch das Wohnen im Hochhaus ist recht verheißungsvoll.

Gründe, die dagegen sprachen, waren stets, dass da noch ein Steffen ist.

Sensibilität und Kreativität – eine Ursache für Suizidgedanken

Ist dir schon mal aufgefallen, wie viele sensible und kreative Menschen Suizid begehen? Unsere Gesellschaft ist schlicht zu hart, zu fordernd und zu kalt. „was mich nicht umbringt, macht mich nur noch härter“. Man übersteht dieses Leben als sensibler Mensch hier auf dieser Welt nur mit Resilienz.

Kreativität und Sensibilität lässt dich die Welt mit anderen Augen sehen, wie es der Durchschnittsmensch vielleicht nicht vermag. Das ist nicht schlimm, deswegen ist er nicht schlechter oder besser. Wie oft habe ich mir schon den Satz anhören lassen müssen: „Ich könnte mich nie umbringen!“, vorgetragen mit tiefer Abscheu. Nun, ich kann es mir sehr wohl vorstellen und viele andere auch.

Hochsensible Menschen spüren ungleich mehr und können dabei gleichzeitig viel mehr und besser mit ihrer Kreativität ausdrücken. Kennst du das, wie manche Gemälden die Szenerie besser als jedes Foto ausdrücken können? Warum ist das so? Sensible Menschen spüren nicht nur den Subtext der Dinge, manche können sie auch auf die jeweiligen Medien (Musik, Gemälde, Essen) übertragen. Sie übertragen die Metadaten des Erlebens in das jeweilige Medium. Wie ungleich schlimmer ist es dann, wenn diese Menschen unter den äußeren und inneren Umständen derart leiden müssen, dass sie keinen anderen Ausweg als die kleinen Fluchten (Alkohol und Drogen) und später vielleicht die ganz große Flucht (Suizid) nutzen.

Berühmte Menschen, die Suizid begangen haben

  • Kurt Cobain
  • Anthony Bourdain
  • Robin Williams
  • Chester Bennington
  • Chris Cornell
  • Marilyn Monroe (?)
  • Jim Morrison (?)
  • Alexander McQueen
  • Ernest Hemingway
  • Michael Hutchence
  • Amy Winehouse
  • Avicii

Das sind nur die, die mir gerade spontan einfallen. Die Liste lässt sich unendlich weiterführen. Schriftsteller, Musiker, Köche. Kreative Menschen.

Du überlebst diesen Wahnsinn auf dieser Welt hier nur, wenn du dir entweder eine dicke Schale anlegst, abgestumpft bist oder den Wahnsinn nicht auf dich beziehst und ständig analytisch Spreu von Weizen trennst. Ständige harte Arbeit und Selbstliebe quasi.

Kann ich jemanden vor dem Suizid bewahren?

Vielleicht liest du das, weil du selbst jemand verloren hast und dir unfassbare Schuldvorwürfe machst. Dir kann ich von der anderen Seite sagen:

Niemand kann einen in diesem Zustand aufhalten, wenn man allein mit seinen Gedanken ist. Du fühlst dich nicht verstanden. Verstärkend wirken wenige soziale Kontakte oder die nicht gerade passenden Kontakte. Also wenn ich selbst Suizidgedanken hege, ist ein Suizid-Chat im Internet vielleicht nicht die beste Wahl. Übermäßig gut gelaunte Menschen wirken bei einem Depressionsschub auch irritierend. Es ist unfassbar schwierig nachher zu sagen, was geholfen hätte. Vor allem bringt es nichts außer Selbstvorwürfe und Selbstzweifel.

Jeder Satz der „hätte“ beinhaltet, sollte generell immer aus dem Sprachgebrach gestrichen werden und die Person die ihn ausspricht, sollte stante pede eine Watschen bekommen! Einzig legitime Antwort auf diesen Satz frei nach IT Crowd:

Vielleicht könnte maximal jemand helfen, der schon mal da war. Der es da rausgeschafft hat, der die Situation von sich schon selbst kennt. Rufe ansonsten unbedingt die Telefonseelsorge an, wenn du noch Kraft dazu hast.

Was mir persönlich bei akuten Suizidgedanken geholfen hat:

  • tief durchatmen und nochmal darüber nachdenken

Das Problem verändert sich mit etwas Abstand, was denke ich in zwei Jahren über dieses Problem hier?

  • die Folgen für die anderen bedenken, während man darüber nachdenkt, kommt man aus dem Suizid-Gedankenkreisel raus

Ich habe beispielsweise den Schlüssel von der Tür abgezogen, damit Steffen wenigstens nicht die Tür aufbrechen lassen muss

  • Suizid auf morgen verschieben

sorgt auch für Abstand

Von langer Hand geplant

Ein Suizid ist nicht automatisch eine Affekthandlung. Wer so verzweifelt mit dem Leben ist, braucht eine Weile, bis er den finalen Entschluss fasst. Ist der Entschluss einmal gefasst, erlebt der Suizidant das erste Mal ein Gefühl von tiefer Ruhe und Entspannung. Er hat einen Entschluss gefasst, es gibt eine Lösung für ihn. Diese Entscheidung trifft er allein mit sich selbst. Dies fällt auch den Außenstehenden nicht auf, denn man könnte nun meinen, es geht dem Suizidant gerade wieder gut. Nichts deutet auf einen möglichen Suizidversuch hin. Leicht denkt man „wie schön, er/sie hat sich wieder gefangen“. Aber in Wirklichkeit ist der Entschluss gefasst worden, von dem einen kaum noch jemand abbringen kann.

oder Kurzschluss

Natürlich gibt es auch unzählige Kurzschlusshandlungen, eine Geschichte kenne ich von einem Bekannten und eine aus der Reha: Da ist diese Geschichte von dem alten Mann, der Kartoffeln schält, aufsteht und sich auf dem Dachboden erhängt. Oder der andere, der frühmorgens sich einfach vom Dach stürzt. Ohne Gründe, ohne Abschiedsbrief, einfach so. Wusstest du, dass es bei Männern die höchste Suizidrate gibt? Ich dachte immer, das wäre so ein Pubertätsding, aber weit gefehlt! Einsamkeit und Verbitterung verbunden mit der ewigen Pflicht, der Bestimmer und Macher zu sein, also diese anerzogene toxische Männlichkeit, lässt nur noch diesen einen Schritt in Würde zu.

Warum begehen Frauen seltener Suizid?

76% der Selbsttötungen werden von Männern begangen.

Frauen sind meist sozial eingebunden, da gibt es die Enkel, die Freundinnen und Aufgaben, die zu tun sind. Frauen wurden im Gegenzug zu der oben genannten toxischen Männlichkeit dazu erzogen, für andere da zu sein und zu funktionieren. Sie werden und wurden stets dazu erzogen, ihr Wohl hinter dem der anderen zurückzustellen.

Auch in der Trauer vernetzen sich Frauen eher als Männer auf den verschiedensten Portalen, sei es auf Instagram, in der Kirche oder in der Bibliothek im Lesekreis. Dabei bauen sie umgehend neue Netzwerke auf und schützen ganz automatisch ihre Seele und wiederum ihr Umfeld dadurch. Sie merken, sie sind nicht allein. Sie kommunizieren dort offen über ihren Schmerz und tauschen sich aus, was Männer wiederum seltener tun.

Ist Suizid vielleicht auch eine Form der Selbstliebe?

Das hört man oft: „das war so egoistisch, sich umzubringen! Denkt … denn nicht an uns?“ Moment! nicht verwechseln: Selbstliebe ist kein Egoismus!

Und wenn sich mehr Männer als Frauen umbringen, was setzt das für ein Zeichen? Das Frauen eher im Umfeld nach Hilfe fragen und Netzwerke haben und Männer die Sache „wie ein Mann“ allein durchziehen?

Und hier ist der Knackpunkt, führt mehr Selbstliebe und Selbstmitleid eher zum Suizid? Ist der Austausch in der Gruppe, im Netzwerk gar lebenserhaltend? Könnte man nicht auch einen Spagat aus Selbstachtung, Selbstliebe und funktionierenden Netzwerken erstellen?

Der springende Punkt hier ist, dass wir unser Glück gerne von anderen abhängig machen. Unser Unglück auch. Der Draht der Beziehung will sorgfältig gesponnen werden. Für mich war eines der krassesten Aha-Erlebnisse die Erkenntnis:

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Aber warum hat sich jetzt dein Mensch umgebracht?

Keine Sorge, dein Mensch hat bei der Planung des Suizides alles um sich herum sorgfältig bedacht. Auch dass der dich verletzt und verlässt. Dass er all das hier hinter sich lässt. Der Wunsch nach dem Verlassen dieser Welt ist größer als das, was noch darin enthalten ist. Diese Verzweiflung vermag sich kaum einer vorzustellen. Und ja, es hat diese Person furchtbar zerrissen.

Wenn sich jemand umbringt, dann nicht wegen dir, du hättest nichts tun können. NICHTS. Es ist nicht deine Schuld und er/sie kann dir auch keine Schuld geben, denn es ist alles in einem selbst. Und selbst wenn etwas Derartiges in einem Abschiedsbrief steht, wird er/sie in einem Jenseits, in dem Leben danach, feststellen, dass dem nicht so war und bereuen. Wenn es eine Wiedervereinigung im Jenseits gibt, und daran glaube ich persönlich fest, dann wird alles längst geklärt sein und ihr werdet euch in die Arme schließen.

Denn der Äther, der alles zusammenhält, ist die Liebe.

Schuld

Wenn du einen Suizid in deinem Leben erlebt hast, rekapitulierst du jeden Moment davor. Hast du etwas davon geahnt? Ja, vielleicht am Tag selbst, vielleicht in dem Moment. Vielleicht auch erst, als die Polizei die Treppen heraufkam.

Du trägst keine Schuld an dem Tod! Hättest du nur irgendetwas geahnt, hättest du alles Mögliche dagegen getan. Weil man das so macht als liebender Mensch. Aber du konntest es einfach nicht wissen, dass DAS passieren würde.

Selbstliebe

Meine Selbstliebe hat mich persönlich vor dem Suizid bewahrt und ich hatte nach Steffens Tod definitiv Gründe auf dieser Welt hier „ciao“ zu sagen. In dem Moment von Steffens Tod wusste ich jedoch:

Jetzt gibt es nur noch mich, gib acht auf dich, Dana.

Denn Suizid ist vielleicht manchmal auch der einzige Ausweg aus einer großen Unfreiheit – aus all dem „das macht man so“, „dass musst du jetzt halt aushalten“, „das war schon immer so“, „das bin ich dem schuldig“ und dem mangelnden Verständnis der Umwelt für alternative Lebensformen. Ich könnte diese Liste der Verletzungen ewig weiterführen. Und ja, man könnte das in ausführlichen Gesprächen erörtern. Aber wann haben wir schon mal Zeit für die anderen?

Kennt ihr diese unsäglichen Facebook-Sprüche, die mannigfaltig geteilt werden mit dem Schlusssatz „bei mir findest du immer einen Platz am Tisch um zu reden“. Nun, meine Erfahrung mit diesen Menschen ist folgende: die die das am häufigsten posten sind 1. nicht verfügbar, wenn es brennt oder 2. reden dann nur über sich selbst.

Suizid erfordert Mut

Ein Suizid erfordert Mut. Unfassbar großen Mut. Hast du dir schon mal das Messer an die Pulsader gehalten? Kannst du dir vorstellen, wie schwer es ist, da hineinzuschneiden? Nein, du kannst es nicht. Der Widerstand des eigenen Körpers dagegen, sich selbst zu verletzen, ist riesig (außer in der Küche).

Welche Kraft muss die Person aufgebracht haben, um diese Schwelle zu überschreiten? Wie groß muss die Verzweiflung gewesen sein?

Was passiert danach? Was passiert nach dem Tod? Kommt man in den Himmel?

Wer sich so tief mit dem Suizid beschäftigt, stellt sich zwangsläufig die Frage über das „was kommt danach“.

Glücklicherweise habe ich keinen christlichen Hintergrund, das würde alles noch schwieriger machen, denn die Christen machen es sich einfach: wer sich selbst umbringt, kommt in die Hölle. Früher wurden Selbstmörder außerhalb der Friedhofsmauern verscharrt und mussten ewig in der Hölle schmoren.

Viel lieber mag ich da die pantheistische, hinduistische oder buddhistische Denkweise, die ich gerne zu einer gnädigen und für mich stimmigen Variante verbinde (Wer das Gegenteil behauptet, soll es mir auch beweisen), es kann ja glücklicherweise jeder glauben, was er will.

Meine Interpretation dessen, was nach dem Tod passiert

Unser Aufenthalt auf dieser Variante der Welt ist eine weitere Erfahrung unserer Seele. Wir sollen hier lediglich etwas lernen. Und wer es hier nicht mehr aushält, verlässt den Klassenraum eben eher. Dafür muss er aber später noch mal genau da rein. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aber bei der nächsten Runde bekommt man glücklicherweise wieder neue Energie und ein neues Leben und ein anderes Setting. Kennt man ja vom Computerspiel. Bis die Seele es lernt.

Was gerne im Buddhismus als Hölle bezeichnet wird, ist der Moment nach dem Tod. In diesem Moment werden dir all deine Handlungsstränge und deren Auswirkungen auf all deine Mitmenschen inklusive deren Gefühle nach all deinen Taten aufgezeigt und für dich fühlbar gemacht.

Hardcore-Empathie quasi.

Das ist natürlich für jemanden, der Suizid begangen hat unschön, aber wenn man sich schon zu Lebzeiten mit der Auswirkung seiner eigenen Taten auseinandersetzt, wird es in diesem Moment nach dem Tod viel leichter. Und wer sich umgebracht hat, wird dies umso mehr bedauern, weil er nun alle Gefühle der anderen spürt. Aber er wird sich auch mit sich und der Tat versöhnen und Mitleid mit sich  und seiner Seele haben, denn er wusste einfach keinen anderen Weg.

Wer wiederum in seinem Leben ein Arsch war, kann sich ziemlich sicher sein, dass diese empathische Retrospektive seine ganz persönliche Hölle werden wird (oh, da würde ich gerne mal im Video-Überwachungsraum Gottes (oder wer auch immer in Charge ist) sitzen und zusehen, wie so mancher brutzelt). Also immer schön schon zu Lebzeiten aufräumen, was man kaputtgemacht hat!

Wann ist Suizid eigentlich Suizid?

Und noch eine letzte Frage oder besser Gedankenspiel auf den Weg bevor ich dich erschüttert in diesen Tag lasse:

Ist sich selbst totsaufen nicht auch Suizid?

Wenn man täglich zwei Schachteln Zigaretten raucht und dadurch Lungenkrebs bekommt, ist das nicht auch Suizid?

Ich führe weitere Möglichkeiten des schleichenden Suizids auf:

 

  • Tod durch Raserei
  • Tod durch Alkohol am Steuer
  • Risikosportarten
  • Gewinner des Darwin Awards

Also nicht vergessen: Leben ist tödlich! (übrigens ein sehr gutes Buch) und

Und nur, weil man ganz selbstbestimmt diesen Experiment namens Leben hier via Suizid verlässt, ist man noch lange nicht weniger wert. Wir werden alle sterben und wenn man beim Sterben etwas Kontrolle hat, ist es doch auch irgendwie ein bisschen gut.

Und nicht vergessen, dies ist nur meine bescheidene Meinung Und wenn dir der Beitrag gefallen hat, liken und teilen!

Deine Dana

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