28.09.2018 – 26 Grad – Tag 80

Schon wieder wachen wir genau um 8 auf. Mein Kopf brummt. Natürlich. Alkoholtechnisch bin ich einfach nicht lernfähig. Immer muss ich wieder versuchen, ein Gläschen zu trinken. Alkohol ist jedoch so enorm in der Gesellschaft als normal angesehen, dass man komisch angeguckt wird, wenn man nicht trinkt. Die einzige legitime Ausrede ist dann, schwanger zu sein. Alles andere gilt nicht. Ach komm, nur ein Glas. usw usf. Nicht, dass mich unsere Freunde nötigen würden, aber es ist auch so schon im eigenen Kopf programmiert. Verrückte Welt.

Nach dem gestrigen massigen und unleckeren Frühstück und mangels Vollkornbrot haben wir uns für Vollkornflakes und Sojamilch zum Frühstück besorgt. Sojamilch, weil die TCM-Ärztin sagte, dass Milch nicht gut für Steffen ist. So probieren wir uns halt durch die Alternativen. Es gibt leider keine Haferflocken auf Sardinien. Aber naja, man fährt ja eigentlich auch nicht nach Italien um Haferflocken zu essen. Ist ok.

Mein angeschlagener Magen schreit jedoch nach fettigem Speck und Bohnen und Käsestulle und schaut angewiedert auf die Flakes in denen Bananenscheiben herumtrudeln. Offensichtlich ist die Kombination von abendlichen Trinkgelagen und morgendlichem Speck und Bohnen ein unendliches Schwungrad und kaum zu durchbrechen.

Steffen geht es auch gar nicht gut. Er hat keinen Appetit, kann kaum schlucken und die Zunge ist entzündet. Alles ist fremd im Mund. Die Zunge ist wie lackiert. Die ganzen Lamellen sind weg. Das ist wirklich verrückt.

Aber was solls, die Sonne scheint, es ist angenehm warm und die Katzen sind da. Wir verbringen einen weiteren faulen Tag auf der Terasse. Bücherlesend, schlafend, malend.

Mittags mache ich eine kleine Portion frische Pasta mit Grillgemüse, Kapern und Tomatensoße. Aber Steffen quält sich mit dem Essen.

Abends retten uns M+E aus unserer Lethargie und wir fahren zu einer neuen weiteren Pizzeria. Etwas im Hinterland gelegen und inmitten von Papageienvolieren. Das ist verrückt, passt jedoch sehr gut. Die Pizza ist super lecker!

Leider bekommt Steffen seine Pizza kaum weg. Dinge die er liebt, schmecken nicht mehr! Sein geliebter Gorgonzola schmeckt ihm nicht und die gegrillten Auberginen fühlen sich scharf an. Es tut mir so leid, ihn so leiden zu sehen. Und er ärgert sich, da er doch in Italien ist, und das leckere Essen nicht genießen kann.

Wir fahren nach hause und sind alle müde. Es ist erst 22:00 Uhr. Das ist der Moment wo Herr E. eigentlich gnadenlos aufdreht. Aber alle kacken wir ab. Was ist los mit der Insel?

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