how to handle shit

Heute vor einem Jahr begann das Grauen. Vor exakt 12 Monaten wusste ich noch nicht, was auf uns zukommen würde. Ich wusste nicht, dass ich einmal die Königin des „how-to-handle-shit“ werden würde.

Vor einem Jahr

Es war Ostermontag, wir unternahmen mit meinem Papa eine kleine Wanderung. Steffen ging es nicht so gut, er klagte über schlimme Ohrenschmerzen. Dem war auch der kalte und stürmische Wind nicht zuträglich. Es war nicht so schön wie heute.

Morgen vor einem Jahr werden wir das erste Mal die geschwollenen Lymphknoten ertasten.

Und das erste Mal dieses dumpfe kalte Gefühl in der Magengegend spüren. Das Gefühl der grauenvollen Vorahnung, die sich leider so schrecklich bewahrheiten wird.

Was habe ich seit dem gelernt?

Es ist absolut sinn- und zwecklos, sich über die Monstrosität der Zukunft Gedanken zu machen. Entweder kommt es schlimmer, gewöhnlich passiert jedoch gar nichts und am Ende wirst Du das eh irgendwie durchstehen.

Ich bin der Beweis auf dieser Welt dafür. Der arme Steffen in seiner Welt auf seine Art auch.

Da wo er jetzt ist, hat er keine Schmerzen mehr und wahrscheinlich bekommt er das jetzt alles hier gar nicht mehr mit und wenn doch, dann ist alles von Liebe erfüllt. Es ist also auch ok. Sterben müssen wir alle irgendwann.

Das ist einerseits erschreckend aber auch beruhigend.

Das einzige was uns weh tut, ist unser egoistischer Schmerz über den Verlust unseres Steffen. Die nicht mit ihm genutzte Zeit, vielleicht die nicht gesagten Worte und dass wir ihn nie wieder neben uns sitzen haben, lachen hören und seine Gegenwart genießen können. Das müssen wir mit uns ausmachen.

„Ich habe so eine Angst vor der Zukunft“

Wie reagiert man also am besten auf die lähmende und manchmal alles bestimmende Zukunftsangst:

Stelle Dir das Schlimmstmögliche vor, was passieren könnte und versetzte Dich komplett hinein. Was würdest Du tun? Könntest Du das schaffen? Ja? Wie würdest Du das machen?

Sehr gut. Dann brauchst DU jetzt auch keine Angst davor haben.

Dana Heidrich

Das klingt jetzt vielleicht verrückt oder einfach nicht vorstellbar, daher hier ein paar Fallbeispiele für „how-to-handle-shit“, welche sich steigern:

Fallbeispiele:

„Der Bus kommt nicht, ich komme zu spät auf Arbeit“ – Na gut, dann bist Du halt eine halbe Stunde zu spät, die hängst Du eben hinten dran. Das Meeting wurde deswegen verschoben? Hingen an der Entscheidung im Meeting Menschenleben? Nein? Super. Es ist nicht schlimm.

„Mein Kind schafft die Zensuren nicht, es wird niemals studieren können!“ – dann macht es halt eine normale Ausbildung, vielleicht wird es da sowieso glücklicher als in einem Studium. Niemand macht mehr normale Ausbildungen, alle studieren. Aber die Leute, die mit ehrlicher Hände arbeiten, sind gefragt, gefragter denn je. Auch in der virtuellen Welt ist ohne Studium sehr viel erreichbar. Das ist gar nicht schlimm.

„Mein Arm ist gebrochen, ich bin wochenlang krank geschrieben. Wer macht jetzt meine Arbeit auf der Arbeitsstelle?“ – geschenkt, wer einmal eine Kündigungswelle mitbekommen hat, weiß wie schnell jemand ersetzt wird. Jeder ist ersetzbar. Falls es wirklich kritisch ist, ist man auch per Mail erreichbar und kann helfen. Und wenn Du deswegen gekündigt wirst, was kaum möglich ist, wirst Du auch wieder einen Job finden. Genieße doch die freie Zeit und mach einfach mal etwas, was Du schon immer wolltest!

„Ich habe Krebs/Mein Partner hat Krebs“ – Stell Dir das schlimmste vor, was passieren kann. In dem Fall ist das wohl der Tod. Was wird danach? Ich habe immer gesagt, wenn Steffen stirbt, springe ich vom Balkon – easy – 11. Stock. Aber trotzdem hat mit mir eine Freundin über das Danach gesprochen. Ein Jobangebot da, der Blog hier. Vielleicht auch Bücher schreiben. Für Steffen war es einfach die Erlösung von den unsäglichen Schmerzen, die er in verschiedener Art und Weise seit 11 Monaten hatte. Und er sagte einmal zu mir, dass er es verstehen kann, wenn sich Menschen umbringen, weil sie Dauerschmerzen haben.

Die andere schlimme Vorstellung ist ein Pflegefall – und ja, das wäre am Ende natürlich auch gegangen, wie alles. Man hätte Anträge ausgefüllt, das Catering aufgelöst und hätte sich irgendeinen Job gesucht.

Man schafft einfach alles. Es ist unglaublich, zu was der Körper fähig ist.

How to handle shit:

  1. alle Dimensionen einmal vorstellen und bis zum Schluss durchdenken
  2. für jedes Szenario eine Lösung skizzieren und gegebenenfalls irgendwo notieren
  3. abhaken und weiterleben! Ja genau! einfach leben! Im Jetzt!
Nach dem Sturm

Nachwirkungen

Exakt heute vor zwei Monaten, am 13. Dezember 2018, bekam Steffen vom Arzt endlich den erlösenden Bescheid, dass er den Krebs besiegt hat. Keine Krebszelle ist mehr aktiv. Nun muss Steffen irgendwie in seinem neuen Leben Fuß fassen. Aber das hat Nachwirkungen.

Nachwirkungen

In der Zwischenzeit waren wir für drei Wochen in China – dazu gibt es an anderer Stelle mehr – und das Adrenalin hat die Nachwirkungen herunter gespielt. Aber im alltäglichen Leben merkt man auf einmal, welche Neben- und Nachwirkungen einer Krebsbehandlung und Chemotherapie mit sich bringt.

Nach dem positiven Bescheid der Ärzte dachten wir, dass nach ein paar Wochen Erholung alles gut wird. Also habe ich Steffen langsam wieder in die alltäglichen Arbeiten mit einbezogen.

Fatigue

Ich habe ihn mit zum Einkaufen und in die Küche genommen, einen größeren Auftrag hatten wir auch schon, all diese Sachen. Aber Steffen ist ganz schnell erschöpft und jedes mal kurz vor einer Panikattacke. Das ist natürlich verständlich.

In der letzten Woche war er dann so erschöpft, dass er täglich fast 14 Stunden Schlaf brauchte und überhaupt keinen Appetit mehr hatte. Ist das die Fatigue? Eine der Nachwirkungen bei Krebs?

Leider habe ich sehr schnell ich ein Problem mit leidenden Menschen und kann mich vor lauter Empathie nicht mehr auf mich selbst oder besser die Arbeit konzentrieren. Und werde wütend. Unberechtigt natürlich. Ich kann das aber leider nicht steuern.

Ungeduld

Daher habe ich, Arschloch wie ich manchmal bin, Steffen zu sich nach Hause verbannt, damit ich in Ruhe allein bei mir arbeiten kann. Ich liebende treusorgende Frau. Nicht! Nennen wir mich einfach „Besen“.

So hatte ich ihn für ein paar Tage natürlich gar nicht mehr unter meinem Radar und er fing an, sich schlechter zu ernähren, er aß weniger Gemüse und mehr Kohlenhydrate.

Und ich musste jetzt wieder allein vor die Tür, alles einkaufen, kochen, die Planung, das alltägliche Blabla. Dann kommt man eines Tages nach Hause, der Knabe sitzt kaputt auf dem Sofa und man macht sich gigantische Sorgen um den Knaben und noch ein gesundes Abendbrot, worauf er gar keinen Appetit mehr hat.

Schmerzen

Und du siehst nach mehreren Tagen das erste Mal klar das Ausmaß von Steffens Schmerzen und wie er leidet. Und merkst mal wieder, dass du Mist gebaut hast.

Ist der Krebs wieder da?

Und dann kommt sie, die Angst, dass er wieder da ist. Der Krebs. Das ist das schlimmste nach dem Krebs. Du denkst an jeder Ecke, in jedem Moment, ei jedem Zwicken, Druck oder Picksen, das Scheißvieh ist wieder da. die Nachwirkungen machen einen verrückt.

Angst

Diese Angst, alles noch mal durchmachen zu müssen, die lähmt alles. Die Symptome von „Bauchspeicheldrüsenkrebs“ werden gegoogelt. Die Gedanken kreisen nur noch um dieses Thema, jeder Toilettengang birgt die Hoffnung, dass es sich von selbst reguliert. Erst am nächsten Montag hat Steffen wieder seinen Überwachungstermin in der Charité, bis dahin müssen wir noch ausharren, bis wir die Fragen fragen können, die uns auf der Seele brennen. Also drückt besser die Daumen, dass es wirklich nichts Ernstes ist.

Beruhigung

Glücklicherweise haben liebe Freunde und Steffens Mama ihn wieder beruhigt und das ganze in Relationen gesetzt. Da man nach einer Krebserkrankung nicht mehr normal denken kann, braucht man Meinungen von Außenstehenden. Überall wittert man Krebs. Wo ist die Grenze zwischen dem In-Sich-Hineinhören und Hineininterpretieren und einer echten Krankheit?

Dass es wohl vielleicht nur eine Verstopfung und ein komplett angespanntes Zwerchfell sein könnte, das ist eine viel zu einfach Erklärung.

Hilfsmittel bei Verstopfung

Viel Flüssigkeit trinken

Pfefferminztee, Kümmel- und Fencheltee, Salbeitee

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Flosamen

Täglich einen Esslöffel – bzw. wenn es hartnäckig ist, abends noch einmal -verdünnt mit Wasser oder Orangensaft

Das bringt vollkommen natürlich und ohne Nebenwirkungen den Darm wieder in Schwung und hartnäckige Verstopfungen werden aufgelöst. Nebenbei werden auch gleich Giftstoffe abtransportiert.

Bewegung

Täglich mindestens eine halbe Stunde Bewegung. Wenn man geschwächt ist, ist das natürlich eine Menge Bewegung. Wenn man sich besser fühlt, kann man gerne auch noch Joggen oder anderen Sport machen.

Durch die Bewegung entsteht Muskelkontraktion, der Darm kommt in Bewegung, das Zwerchfell wird bewegt und entspannt sich.

Auch Yoga-Übungen für das Zwerchfell sind hilfreich.

29.11.2018 – 3 Grad – Tag 142

Heute ist ein extrem wichtiger Tag für uns beide. Steffen spricht heute in der Radiologie des Virchowklinikums vor. Laut Arztbrief soll ein CT gemacht werden, um zu sehen, ob noch etwas vom Tumor da ist und bestrahlt werden muss. Das letzte Mal war er hier am 27.07.2018.  Desweiteren habe ich heute den letzten arschharten Arbeitstag voller Stress dieses Jahres vor mir.

Ich Wahnsinnige habe am Abend einen Auftrag für eine Weihnachtsfeier angenommen und parallel noch einen Mittagsauftrag zum selbst ausliefern und die BlueManGroup mit 50 Personen möchte am Nachmittag natürlich auch essen.

Also bin ich heute doppelt aufgeregt und wache von allein um 03:00 Uhr auf. Ich stehe schon um 04:00 Uhr vor der Metro. Früher hat die Metro meines Erachtens schon um 04:00 Uhr aufgemacht, dem ist nicht mehr so. Also warte ich im Auto, bis endlich der Profieingang gegen 04:30 Uhr geöffnet wird.

Ich brauche eine Stunde um einzukaufen, irgendwie fängt gerade alles an länger zu dauern, als es sonst tut. Der Einkauf ist gigantisch. Mir wird ob des heutigen Tages mulmig und es ist erst um 05:00 Uhr. Die Stresskurve geht nach oben.

Ich räume so schnell ich kann all die eingekauften Massen ins Auto, dann in die Küche, dann räume ich alles in die Kühlschränke. Schon wieder ist eine Stunde weg. Was ist hier los?

Ich mache den Mittagsauftrag fertig und bereite nebenbei auch schon die BlueManGroup vor. Parallel setze ich Rotkohl und die Entenkeulen für 25 Personen an. Dann belade ich das Auto und liefere die Mittagslieferung aus. Die Entenkeulen backen derweil im Ofen.

Das kostet mich auch eine weitere Stunde, bis ich wieder in der Küche zurück bin. Glücklicherweise habe ich die Enten und das Rotkraut vorbereitet, so dass bei meiner Rückkehr dies alles fertig ist. Nun bereite ich im Vollstress noch den Rest für die BlueManGroup und die Weihnachtsfeier vor. Ich habe noch 2 Stunden, bis wieder Herr U. kommt um alles auszuliefern. Glücklicherweise hilft er mir.

Während des ganzen Kochprozesses warte ich auf Steffens Info ob des CT-Scan-Ergebnisses und schaue aller paar Minuten auf mein Handy.

Aber es gibt wieder keine Erlösung.

Die Ärztin will doch lieber einen PET-Scan machen, da dieser klarere Ergebnisse liefert. Das geht natürlich erst, wenn Steffens Blutwerte nach der Chemotherapie besser sind, da er für den PET-Scan nukleare Flüssigkeit ins Blut bekommt, damit die Krebszellen anfangen zu strahlen und so aufgezeichnet werden können. Also wird dieser Termin erst irgendwann in 2 Wochen stattfinden.

Und dann wird im neuen Jahr noch geschaut, ob er noch bestrahlt wird oder bei einer neuen Studie über das Nasopharynxkarzinom mitmacht. Also alles ist neu und nichts ist sicher. Diese Ungewissheit macht mich obendrein verrückt.

Die Arbeit in der Küche wird derweil immer mehr. Der Abwasch stapelt sich. So ein furchtbarer Stress! Die elenden fünf Extraportionen für die Veganer wollen auch noch gemacht werden: veganer Nussbraten, veganes Rotkraut und veganer Süßkartoffelstampf. Das Kloßwasser braucht noch, bis es kocht, und dann kommen erst die Klöße rein. Und ach, die Brötchen für die Currywurst als Mitternachtssnack wollen noch aufgebacken werden. Und ja genau, die Currywurst muss auch gemacht werden. 

Ich werde langsam hysterisch. Die Arbeit wird immer mehr, der Stress auch und kein Ende ist in Sicht.

U. kommt genau um 15:00 Uhr, da es einen Stau wegen eines Unfalls gab. In dem Moment, in dem er ankommt, sind endlich die Klöße im siedenden Wasser oben aufgetaucht, so kann ich den letzten Warmhaltebehälter füllen. Der Rest ist schon reisefertig verpackt. Die Zeit läuft. Herr U. kann sofort losfahren. Ich bin total kaputt und habe keine Energie mehr, um abzuwaschen.

Da bekanntlichermaßen die Arbeit nicht wegläuft, schließe ich einfach die Tür ab und lasse mich von Ulf noch bis Mitte mitnehmen. So kann ich einfach nach Hause laufen. Ich habe für heute den Kanal richtig voll.

Wieder habe ich den ganzen Tag nichts gegessen. Es ist 16:00 Uhr. Mir geht es elend. Die letzten Meter schleppe ich mich nach Hause und klappe fast zusammen. Das kann so nicht mehr weiter gehen!

Zuhause bestelle ich online das Abendbrot. Heute koche ich sicherlich nicht mehr. Steffen ist völlig schlaff und hat auch keinen Hunger. Obendrein sind die Schleimhäute seines Mundes entzündet und jeder Bissen ist eine Qual. Zuträglich ist also auch nicht, dass ich mexikanisch bestelle. Aber ich habe nur Hunger und kann nicht mehr achtsam denken.

Endlich kommt das Essen, hungrig schlinge ich dieses in mich hinein. Mitten während dem Essen ruft U. an. Er ist bereits in der Location der Weihnachtsfeier.

Dana, hier fehlen zwei Gestelle für die Warmhaltebehälter. Was machen wir denn jetzt?

Die zwei Gestelle fehlen offensichtlich. Er müsste jetzt mitten im Berufsverkehr in die Küche fahren, wäre eine Stunde mindestens weg. DAs geht nicht. Das ist eine total beschissene Situation. Ich wollte ihn noch in der Küche bitten, die Gestelle vom hohen Schrank herunter zuholen, das ist Steffens Stellplatz für die Gestelle, ich komme da einfach nicht heran. Aber im Einladestress habe ich das total vergessen. Da sieht man wieder, wie sehr Steffen fehlt. Das wäre nicht mit ihm passiert. Ich muss ja jetzt neben meinen Verantwortlichkeiten auch immer noch an Steffens Dinge zu 100 Prozent auf dem Schirm haben.

Ich breche komplett zusammen und heule. Natürlich nicht wegen der Gestelle, die waren nur der Trigger. Es ist eher die ganze Situation, der Stress der letzten Wochen, die Anspannung, wie es nun weitergeht. Das schmerzliche Fehlen von Steffen auf der Arbeit an jedem Tag. Die ganze Hilflosigkeit.

Und jetzt kommt was Neues: wegen der Aufregung und dem ganzen Stress fange ich an zu hyperventilieren und kriege mich eine halbe Stunde lang nicht mehr ein. Ich liege im Bett unter der Decke und komme nicht klar. Mein Herz rast. Ich bekomme Panik. Steffen fängt sich an, Sorgen zu machen und will einen Krankenwagen rufen. Ich presse ein „das ist zu teuer“ hervor und versuche mich einzukriegen. Heulend schlafe ich ein und beruhige mich.

U. hat sich mit den Gestellen glücklicherweise selbst beholfen und bringt später die Autoschlüssel vorbei. Er bekommt das komplette Elend von mir mit. Das ist mir peinlich.

13. und 14.11.2018 – 12 Grad – Tag 126/127

Dienstag

An dem Tag habe ich nichts verzeichnet. Ich weiß, ich gehe zu Pilates. Meine arme Pilateslehrerin muss meinen komplett schockierten und steifen Körper wieder Leben einhauchen.

Am Körper merkt man dass, indem das Zwerchfell komplett verkrampft ist. Wenn man sich zum Beispiel auf den Boden legt und unterhalb des Brustkorbes, dort wo die Knochen aufhören, hineindrückt, tut es weh. Genau diese Art Schmerzen, die man bekommt, wenn man vor etwas Angst hat.

Übung gegen verkrampftes Zwerchfell

Das Zwerchfell trennt die Lunge von den inneren Organen und Därmen. Wenn sich das Zwerchfell verkrampft, zum Beispiel vor Angst und Sorge und Panik, verengt es die Lunge, man bekommt weniger Luft, hat weniger Kraft und weitere Angst. Ein Teufelskreis. Also lockert man besser das Zwerchfell. Das funktioniert durch:

  1. ruhiges und tiefes Einatmen
  2. und dann kann man sich flach auf den Rücken legen und hält die Fingerspitzen unterhalb des Brustkorbes . In dem Moment, in dem man einatmet, hebt sich der Brustkorb und man kommt leichter an das Zwerchfell. Jetzt versucht man vorsichtig das Zwerchfell einzudrücken, um es zu lockern, damit die Spannung nachlässt. 
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Ansonsten verarbeite ich den Schock der letzten Tage. Steffen ist bei sich, so kann er sich besser erholen und mit seinem neu erworbenen Spiel ablenken und ich kann mich um die Arbeit kümmern. Er muss ja auch aller zwei Tage zum Bluttest, ob sich die Nierenwerte verbessern. Das tun sie glücklicherweise.

Ich bin nur müde und zähle die Stunden bis Freitag, da wir dann endlich wieder zu den Eltern fahren und mal aus dem Alltagsangsttrott herauskommen. Ich habe also glücklicherweise nur zwei Arbeitstage vor mir. Aus Schock sage ich Aufträge für Weihnachtsfeiern im Dezember ab. Ich kann das alles gerade nicht. Ich kann gerade nicht planen und kreativ sein und die Vorstellung, diesen Stress in der Küche zu haben, verträgt mein Körper nicht.

Mittwoch

Heute habe ich zwei Aufträge , welche ich halbherzig absolviere. Fragen nach dem Befinden gibt es vom Kunden glücklicherweise nicht. Meine liebe Freundin V. versucht mich schon seit Tagen anzurufen, ich kann aber aktuell unseren Schock nicht in Worte fassen.

Steffen und ich sind nach dem Horror vom 07.11.2018 immer noch wie betäubt.