Es war wieder soweit. Ich war bei meinen lieben Freunden in Bremen zu Besuch, da ich vor diesem elenden Novemberwochenende aus Berlin geflüchtet bin, vor dem es mich so gegraut hatte. Als Gegenleistung für die Zurverfügungstellung einer Unterkunft haben sich meine Freunde, wie jedes Mal, wenn ich sie besuche, mit aufgeregt glitzernden Augen „Teigtaschen“ gewünscht und dabei hysterisch in die Hände geklatscht.

Euphorie und Vorfreude vermischen sich so zu pinkem Sternenglitzer.

Parallel bahnte sich in Österreich ein Skandal an: es wurde zum wiederholten Male eine illegale Teigtascherl-Fabrik in Wien entdeckt. Erschütternd!

Ich verstehe nur zu gut, dass man aus Teigtaschen ein illegales Geschäft machen kann. Denn genauso wie Drogen machen diese Teigtaschen, oder auch Gyozas, Potstickers, chinesische Maultaschen oder Jiaozi genannt, süchtig. Sie sind sowas von un-fucking-fassbar lecker, sie sind das leckerste Essen, welches ich kenne. Und ich habe schon verdammt viel leckeres Essen gegessen.

Das besondere an diesen Teigtaschen ist das Mundgefühl. Man hat den knusprigen Boden und dann die restliche weiche, warme Hülle. Gefüllt mit diesem unglaublichen Geschmack.

Nur für meine Liebsten

Als Steffen zwischen seinen furchtbaren Chemotherapien langsam wieder Hunger bekam und ich ihm nur am Wochenende erlaubt habe, Fleisch zu essen, war sein immer wiederkehrender Wunsch: „Jiaozi“!

Teigtaschen, Gyoza
Die fertigen Teigtaschen, unten knusprig, oben weich

Diese Teigtaschen mache ich nur für meine Freunde und wenn ich ganz verrückt bin, sogar auch nur für mich ganz allein. Man kann sie nämlich nach der Zubereitung prima im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Tag kurz in der Pfanne anbraten und dann genüsslich verdrücken. Wenn noch etwas übrig ist.

Im Catering

Ich habe beim Catering auch nur ein einziges Mal diese Jiaozi für ein Flying Buffet gemacht, ganze 300 Stück. Das war ein Gefalte!

Ich wollte mir jedoch die Vorfreude auf die Teigtaschen nicht durch die Arbeit kaputt machen lassen, deswegen gab es nur diese einzige Ausnahme.

Na und zugegeben, für mehr als vier Personen – oder starken Essern – wird es doch recht arbeitsintensiv. Außer der seltene Teigtaschenfalter kommt zu Gast. Aber bei uns gibt es nur Zitronenfalter.

Ansonsten imitiere einfach dieses Video: 

So werden die Teigtaschen gefaltet

Teigtaschen in Asien

Während unserer Reise nach China im Januar dieses Jahres haben Steffen und ich tonnenweise gedämpfte, gebratene und gekochte Teigtaschen gefuttert, … aber keine kam an diese Qualität und Feinheit meiner Teigtaschen heran. #Isso. Eigenlob!!!

Zugegebenermaßen basieren meine Teigtaschen auf einem japanischen Rezept, welches ich noch etwas gepimpt habe, aber selbst die sogenannten Gjozas im japanischen Restaurant sind nicht so lecker, wie meine Teigtaschen.

Und jetzt wollt Ihr bestimmt das Rezept?

Jiaozi, Gyoza
Die geliebten Teigtaschen

Pro-Tipp

Alternativ könnte man die Teigtaschen auch mit Tofu oder Shitakepilzen füllen, aber die Teigtaschen schmecken einfach am besten mit Schweinefleisch. Man verzichtet in China oder Japan bewusst auf Rindfleisch, weil die Füllung sonst zu trocken wird. In Korea wiederum ist die Füllung der Teigtaschen aus Rindfleisch.

Also, wenn Ihr diese Teigtaschen nachkochen wollt, kauft Euch am besten Bio-Schweinehack oder normales Schweinehack und zur allergrößten Not, tut es auch Schweinemett von der Fleischtheke (ohne Kümmel!!!!).

Dann muss man nur beim Würzen aufpassen, da das Mett schon gesalzen ist. Und bitte niemals das Mett aus den Plastikpackungen bei Rewe und Co. kaufen, denn dieses Fleisch wurde irgendwie speziell behandelt und wird dann ganz komisch bröckelig.

Für den Teig könnt ihr wieder fertige Teigblätter kaufen. Klickt dafür hier:

Gyoza

Teigtaschen

danaheidrich
Diese Teigtaschen sind sowas von un-fucking-fassbar lecker, sie sind das leckerste Essen, welches ich kenne. Und ich habe schon verdammt viel leckeres Essen gegessen.
5 von 1 Bewertung
Vorbereitungszeit 30 Min.
Zubereitungszeit 20 Min.
Arbeitszeit 50 Min.
Gericht Fingerfood, Hauptspeise
Land & Region asiatisch, Chinesisch, Japanisch
Portionen 4 Portionen
Kalorien 479 kcal

Equipment

  • Pfanne
  • Schüssel
  • Backpapier
  • Messer

Zutaten
  

Teigtaschen

  • 300 gr Schweinehack
  • 0,5 Stück Spitzkohl
  • 2 Pckg Gyoza Teigblätter
  • 1 TL frisch geriebener Ingwer
  • 0,5 TL frisch geriebener Knoblauch
  • 3 Stück Frühlingslauch
  • 1 TL Rinderbouillon
  • 1 TL Sesamöl
  • 1 TL Kikkoman Sojasoße
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Speiseöl zum anbraten

Soße zum Dippen

Anleitungen
 

  • Spitzkohl in feine Streifen schneiden und mit einer Prise Salz würzen und kräftig durchkneten
  • Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, Knoblauch und Ingwer fein reiben
  • Alles mit dem Schweinehack vermischen und würzen
  • Eine Bahn Backpapier auslegen, eine Schale mit lauwarmem Wasser zur Seite stellen und dann wie im Video die Teigtaschen falten
  • Eine Pfanne mit passendem Deckel herauskramen und auf den Herd bei höchster Flamme stellen.
  • Ein Spritzer Speiseöl hineingeben und die Teigtaschen kreisrund in der Pfanne anordnen.
  • Ab und zu eine Teigtasche anheben und schauen, ob sie am Boden kross angebraten ist und fast schon dunkelbraun verfärbt ist.
  • Sofort eine halbe Tasse Wasser hinzugeben und den Deckel auf die Pfanne stürzen.
  • Ungefähr 3 Minuten warten, bis das Wasser verdunstet ist
  • Nun die Teigtaschen auf einen Teller, Schüssel oder in eine Auflaufform geben und kurz warm stellen
  • Mit den restlichen Teigtaschen genauso weiter verfahren, bis alle gar sind

Dip

  • Einfach alle Zutaten vermischen und ggfls. nach eigenem Geschmack noch modifizieren

Notizen

Essen und mir Bilder schicken!

Nutrition

Serving: 100gCalories: 479kcalCarbohydrates: 68gProtein: 18gFat: 16g
Keyword chinesische Maultaschen, Gyoza, jiaozi, Potstickers, Rezepte
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