Wie kann man seine Traurigkeit überwinden? Wie findet man sein Glück wieder? Was hilft gegen  Melancholie und Verzweiflung?

Das erste Mal seit langem verspüren Menschen in Mitteleuropa wieder kollektiv eine reale Bedrohung, die einem potenziell ans Leder gehen kann. Sie heißt Corona und bedroht tatsächlich jeden. Niemand ist mehr sicher. Kein Geld, keine Gesundheit und kein Alter kann dich retten. Jeder kann es bekommen und Überraschung! Jeder kann daran sterben!

Bisher war das Elend immer das Elend der anderen, wo man sich mit einer Spende, Rat, Tat und Hilfe exkulpieren konnte. Danach zog man sich dann gerne wieder in seine eigenen vier Wände zurück. Tief durchatmend:“gottseidank ist mir das nicht passiert“ vor sich hin flüsternd.

Und ich kann es niemandem übelnehmen, denn jeder Mensch denkt ähnlich. Natürlich sind sehr viele Menschen engagiert, helfen selbstlos wo sie können oder halt auch nicht. Aber das Elend mit nach Hause nehmen möchten die wenigsten.

Und Corona macht allen Angst. Dazu kommt der Lockdown. Manche langweilen sich zu Tode, anderen platzt neben Homeoffice und Homeschooling der Kopf. Sex gab es auch schon seit einen Jahr für manche nicht mehr. Wie lässt man wieder das Glück Einzug halten? Und was hilft eigentlich gegen diese subtile alles beherrschende Traurigkeit?

Was hat Traurigkeit mit Trauer zu tun?

Trauer ist zugegebenermaßen härter als Traurigkeit, aber das Prinzip ist dennoch ähnlich und vor allen Dingen kann ich deinen Schmerz der Traurigkeit gerade absolut nachvollziehen. Und dieser Schmerz und deine Traurigkeit haben absolute Berechtigung.

Auch wenn du gerade niemanden verloren hast oder dir im Vergleich nichts schlimmes passiert ist, hat deine Traurigkeit dennoch eine Berechtigung. 

Traurigkeit hat viel mit Trauer zu tun, ist es ja auch schon im Wortstamm enthalten. Und in diesen Zeiten macht es so viel Sinn traurig zu sein, denn die Trauer, die derzeit unter dem Deckmantel der Traurigkeit herrscht, ist kollektiv.

Jeder trauert über einen kleinen oder großen Verlust:

  • Freiheit
  • Treffen der Freunde
  • Party
  • Essen gehen
  • Konzerte
  • Klamotten kaufen und zeigen

Grund genug, um traurig zu sein.

Warum sollte ich etwas gegen die Traurigkeit tun?

Einerseits nervt das Gefühl der Traurigkeit enorm, das brauche ich nicht zu erklären. Man hat auf nichts Lust, alles erscheint sinnlos und man muss gefühlt eh jeden Moment weinen.

Manchmal ist so eine gepflegte Traurigkeit ja für einen Tag recht schön, wenn es ein Sonntag ist, man für nichts und niemanden zuständig ist und man Pinsel und Papier und eine Flasche Rotwein zur Hand hat. Aber irgendwann wäre es schöner, ohne Trauer.

Traurigkeit hat neben dem Effekt, dass es sich nicht gut anfühlt auch noch die blöde Angewohnheit, alles in dieses Licht zu tunken. Nichts macht mehr Spaß. Und irgendwie reißt die Pechsträhne nicht ab. Um diese Pechsträhne zu beenden, sollte man seine innere Einstellung beenden. Deswegen helfen diese Tipps, um dich aus dem ersten Tief zu holen:

Tipps gegen Traurigkeit

Besonders bei Traurigkeit braucht man scheinbar für alles viel länger. Sei gnädig mit dir. Nimm dir die Ruhe, die du brauchst. Niemand darf dich werten!

Sei einfach mal faul

Horche in dich hinein, wonach dir ist. Couch? Netflix? Schokolade? Jeder einzelne Punkt ist absolut legitim, denn in Zeiten von Corona existiert Zeit und Raum scheinbar nicht mehr. Der drölfte Lockdown bimmelt an der Tür. Was für ein Tag ist heute eigentlich?

Also kannst du auch mal einen Tag faul machen. Ich sage mir dann: „Morgen mache ich dafür alles, was heute wichtig war …“ – Jedesmal wenn ein Gedanke aufploppt, notiere ich diesen für morgen.

Gleichzeitig zwinge ich mich zum Nichtstun. 100 %. Denn morgen mache ich ja wieder alles. Du wirst staunen, wie frisch du morgen sein wirst und wie die Ideen nur so aus dir morgen heraussprudeln werden!

Auf diese Weise programmiere ich mein Hirn vor. Zum einen bin ich am Lottertag gnädig mit mir, das bedeutet, ich mache mir selbst kein schlechtes Gewissen, andererseits werde ich mich aber am Folgetag komplett auf die vor mir liegende Aufgabe fokussieren, da ich ja weiß, dass ich gestern zu Recht gefaulenzt habe.

Regelmäßigkeit

In den Tag hineinleben ist schön, aber in der Reha habe ich auch die Regelmäßigkeit schätzen gelernt.

  • Wecker stellen

Zum einen bringt ein Wecker – besonders, wenn er so schön ist – Ordnung ins Leben, und wenn du nach dem Weckerklingeln dennoch zwei Stunden durch die sozialen Medien leierst, ist das auch ok. Der erste Schritt gegen die Traurigkeit ist jedoch schon mal gemacht.

  • Essen an festen Zeiten

Auf diese Weise wirst du nicht fett. So gibt es keine Hungerattacken und auch kein Fresskoma. Mit einem ausgefeiltem Speiseplan aus Vorkochen und frischem Gemüse kannst du für eine gesunde Ernährung sorgen und musst nicht jeden Tag neu kochen.

  • zur gleichen Zeit ins Bett

Gesunder und tiefer Schlaf ist enorm wichtig, damit sich deine Zellen regenerieren können, du dabei selbst von der Angst und Traurigkeit heilen kannst und dich von dem täglichen Stress erholst. Dein Körper wird dir die Regelmäßigkeit danken, indem du schon vor dem Weckerklingeln wach wirst.

Sport/Bewegung gegen Traurigkeit

Du kannst nicht in die Fitnessbude? Das ist nicht schlimm. Es gibt genügend Youtube-Videos mit Eigengewichts-Übungen, die dich fordern.

Wenn dir das noch zu viel ist, gehe wenigstens spazieren. Wenigstens eine Stunde um den Block macht das Hirn frei und bringt neue Ideen.

Denn das ist Fakt: Sport und Bewegung hilft gegen Traurigkeit!

Genuss

Sport und Genuss, passt das zusammen? In meiner Welt bedingt das eine das andere. Da ich Stier bin, lebe ich ausschließlich für den Genuss. Wenn ein Essen schlecht ist, ist der Tag verloren. Genauso gut kann mich ein gutes Essen trösten, glücklich machen, erheben, beflügeln oder irgendwohin beamen. Fernweh? Kein Ding, dann koche ich was.

Genuss und Fernweh-Befriedigung? Geht beides mit diesen unfassbaren Kochboxen:

Badewanne

Sag mir, ist das nur ein Mädchending? Ich liebe es abgöttisch, stundenlang mit mir selbst in der suizidverhindernden 1,20 m Wanne zu treiben, gelegentlich heißes Wasser nachzugießen und dabei Musik zu hören. Dazu ein gutes Buch zu lesen und heißen Tee, Schokolade oder auch ein Glas Wein zu trinken.

Wenn alles scheiße ist und die Traurigkeit übermächtig erscheint, hilft mir das ungemein. Und fallst du genauso ein Empath wie ich bist, ist es vielleicht für dich interessant zu wissen, dass Wasser das Element ist, welches Empathen wieder auflädt. 

Tipp:

Gib etwas Natron mit ins Badewasser, dann wird die Haut wunderbar weich, der Körper kann besser entgiften und die Körpercreme wirkt danach doppelt und dreifach gut. Und obendrein ist die Wanne nachher noch sauberer.

Lesen

Ein gutes Buch ist wie eine Reise. Im Idealfall hast du die ganze Welt um dich herum vergessen. Deine Fantasie wird beflügelt und deine Seele kann heilen, da sie nicht im Dauerpanikmodus ist. Versuche es mal.

Lernen

Seit wann macht Lernen glücklich? Ganz einfach: seitdem du nicht mehr in der Schule bist und dich mit den restlichen Idioten beschäftigen musst. Und: du kannst jetzt einfach das lernen, was dich interessiert! Weltweit.

Recherchiere im Internet nach Dingen, die dich schon immer interessiert haben. Mache einen Online-Lehrgang. Nimm die scheiß Kohle in die Hand und gib sie mal nur für dich, für dein Seelenheil, für deine Psyche und für dein Glück aus.

Und damit wärst du Vorreiter. Die Deutschen geben 5 % für Bekleidung aber nur 1 % für Bildung aus. Die Klamotten fliegen irgendwann weg, aber was in deinem Kopf ist, kann dir keiner nehmen, denn  gibt nichts, in das man mehr investieren sollte als in sich selbst.

Und du wirst sehen, dass du viel mehr lernst, weil es dich interessiert und dann kommt ein absoluter Glücksbooster, denn du wirst:

Erfolge verspüren

Nichts macht glücklicher, als einen Erfolg zu verspüren. Etwas Kniffliges hat funktioniert, deine Liebe hat ja gesagt, du bist endlich gesund, du hast diese Theorie endlich begriffen … unbezahlbar.

Und ganz wichtig jetzt: genieße den Moment. Wiederhole ihn dir ständig. Ergötze dich an deinem Glück. Freue dich tief. Lass diese Freude zu und rede sie nicht herunter.

Relativiere nicht das gerde Erfahrene, sondern tobe, explodiere, dreh durch vor Freude!

Kommuniziere

Egal wie, kommuniziere mit Menschen. Erhalte deine sozialen Kontakte. Rufe deine liebsten Menschen an oder eröffne alberne WhatsApp-Gruppen. Wähle jedoch mit Bedacht! Orientiere dich an Menschen, die etwas erreicht haben, was du bisher nicht erreicht hast (ich meine das nicht finanziell!), Leute die dich inspirieren oder Freunde, denen du helfen kannst.

Verbringe nicht deine Zeit in den Kommentarspalten der sozialen Medien, außer es sind erbauliche Themen. Blende die Dinge in deinem Newsfeed aus, die dich herunterziehen. Es tut mir leid, es sagen zu müssen:

Du kannst die Welt nicht ändern, indem du andere darauf hinweist, wie dumm sie sind. Du kannst nur dich ändern und dadurch dann wiederum andere inspirieren. Mehr ist nicht drin. 

Gewalt erzeugt Gegengewalt, Hass säht Hass und Wut frisst dich auf und stiehlt deine Energie, die du für Wichtigeres brauchst: Dich.

Lächle die Traurigkeit weg!

Ich weiß, du hast draußen den Mundschutz auf. Lächle trotzdem darunter. Man kann es an deinen Augen sehen, ob du lächelst! Menschen spüren, was du ausstrahlst. Sage öfter bitte und danke. Lass Leuten, die es eilig haben, Vortritt. Sei ein Mensch.

Hol dir Hilfe

Das ist dir doch emotional alles zu viel? Geh zu deinem Hausarzt und lass dich krankschreiben. Die Wirtschaft geht eh den Bach runter, da kannst du dich auch aus dem Mühlrad herausziehen.

Viele Ärzte halten übrigens schon Online-Sprechstunden ab – mega! Noch eine Stunde deines Lebens für die Anfahrt und das Wartezimmer gespart. Bei Doctolib kannst du auf diese Weise gezielt nach Ärzten mit Online-Sprechstunde suchen. Corona hat wenigstens die Technik beschleunigt…

Und keine Scham. Ich bin so froh, mich für eine Psychotherapie entschieden zu haben. Meine Psychotherapeutin hat mir beispielsweise das Leben gerettet und mir nach Steffens Tod ungemein geholfen, durch die dunkelsten Stunden zu kommen.

Nimm also jede Hilfe an, die du bekommen kannst. Es ist nichts Peinliches daran, zur Psychotherapie zu gehen und ich bin sogar der Meinung, dass das jeder mal tun sollte. Eigentlich hat doch jeder einen „Knall“.