Wenn du mal wieder Sehnsucht nach einem leckeren mexikanischen Wrap hast und dich neuerdings aber lieber vegan oder vegetarisch ernährst, ist diese vegane Füllung genau das Richtige für dich.

Portionen

4

fertig in:

1 Stunde

Kalorien:

658

Einleitung

Über das Rezept

von: Dana Heidrich

Ich hatte vor ziemlich genau zwei Jahren für unser letztes gemeinsames Catering auf dem Hochzeitsschloss mal aufgemalt, wie das so geht. Vor der Tafel sieht man weitere mögliche Toppings

zarter Rinderbraten

(im Uhrzeigersinn: Guacamole, Tomatensalsa, Limetten, Schwarze Bohnen in Chili, grüne Chilisoße, Schmand und rote rohe Zwiebeln)

Wraps sind der ideale Lunch für das Homeoffice

Besonders in Zeiten von Homeoffice und Corona ist es gefährlich, wenn leckeres Essen in ständiger Reichweite verfügbar ist, denn mangelnde Bewegung und gutes Essen sind eine teuflische Mischung.

Die idealen Anforderungen and ein Essen im Homeoffice sind daher:

  • leicht – denn man will danach weiterarbeiten (müssen)
  • lecker – das Essen ist das Highlight des Büroalltags
  • sättigend – hungrig vom Tisch aufstehen ist eher doof
  • schnell – man will nicht noch jeden Tag stundenlang in der Küche stehen

Ein ideales Essen für so viele Wünsche auf einmal ist ein schönes gefülltes Tortilla. Du brauchst dabei für ein leichtes und gesundes Mittagessen zusätzlich zu dieser veganen Füllung für Wraps nur noch etwas Salat, (vegane) Creme Fraiche, (veganen) Käse und Gemüse deiner Wahl.

So ist diese vegane Füllung für Wraps ein super Meal Prep, denn wenn die Füllung einmal vorbereitet wurde, ist der Burrito Wrap wahnsinnig schnell kombiniert. Gleichzeitig ergibt so ein Wrap eine schnelle, sättigende und glücklich machende Mittagsmahlzeit. Und wenn man nicht unbedingt drei Stück davon ist, kann man auch gleich weiterarbeiten, ohne sofort vor Netflix ins Foodkoma zu fallen.

Aber Vorsicht, macht süchtig!

Was kann ich als Proteinquelle für die vegane Füllung benutzen?

Zugegeben, ich habe es mir recht einfach gemacht, indem ich im Rezept einfach „veganes Hack“ geschrieben habe. Da ich nicht weiß, wo du wohnst und inwiefern welche Zutaten verfügbar sind, habe ich dir mal verschiedene Alternativen aufgelistet:

  • veganes Hack, wie es bei Aldi und Lidl zu kaufen gibt
  • Seitanstreifen von Yakso, gibt es im Denn´s Biomarkt (Streifen einfach nur noch grob hacken)
  • Mock Meat aus der Dose vom Asiaten
  • getrocknetes Sojahack oder Geschnetzeltes (das Gewicht bezieht sich dann auf den aufgeweichten Zustand – würde sagen, für das Gericht hier unten 2-3 EL getrocknetes Sojahack)
  • Tofu frittiert bzw. ganz scharf angebraten (aber eher letzte Wahl, das geht echt leckerer)

Zutaten

  • 2 EL Olivenöl
  • 4 Stück Zwiebel
  • 200 gr veganes Hack
  • 400 gr schwarze Bohnen
  • 1 EL Tomatenmark
  • 2 Stück Knoblauchzehen
  • 3 MSp Cayennepfeffer
  • 2 TL Cumin
  • 1 TL Rauchpaprika
  • 1 TL Oregano
  • 1 MSp Zimt
  • 1 EL Limettensaft

Für was kann ich die vegane Füllung für Tortillas noch verwenden?

Auch hier kann man eine Tonne vorkochen und friert sie dann einfach portionsweise ein. Tortillas gibt es überall und nun gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, die Mischung lecker aufzubrauchen:

  • vegane Burritos
  • Tortilla Sandwich
  • Enchiladas
  • Quesadillas
  • Tortillasalat
  • gestreckt mit etwas Pizzatomaten und Mais ergibt die Masse ein feines Chili sin Carne
zarter Rinderbraten

Buchtipp:

Wenn du genauso sehr wie ich die mexikanische Küche liebst und dich jetzt schon wieder das Fernweh triggert, dann kann ich dir wärmstens dieses Buch empfehlen. 

Es holt dir direkt die mexikanische Lebensfreude in die eigenen vier Wände. 

(werbung)

Achtung: Fernweh vorprogrammiert!

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1

Schneide die Zwiebel in feine Streifen und schwitze diese in Olivenöl an, bis sie schön goldgelb sind. Dann aus der Pfanne nehmen und das Öl in der Pfanne lassen

Schritt 2

Schwitze das vegane Hack scharf in dem Öl an und presse die Knoblauchzehen dazu. Kurz weiterbraten, bis es duftet

Schritt 3

Nun Cayennepfeffer, Paprika und Cumin dazugeben und kräftig salzen, kurz anschwitzen und das Tomatenmark mit unterrühren. Mit 200 ml Wasser ablöschen.

Schritt 4

Nun die abgetropften Bohnen und die Zwiebeln dazugeben und für ca. 10 Minuten einköcheln lassen

Schritt 5

Am Schluss die gebratenen Zwiebeln wieder unter die Hackmasse heben und mit dem Limettensaft abschmecken

Meine kleine Wrap-Story

Meine Liebe zu Wraps erblickte vor 24 Jahren das Licht der Welt. Geburtshelferin war meine Freundin F., als wir beide damals noch in Dresden wohnten. F. brachte diesen Trend aus ihrer Zeit als Au-pair-Mädchen in Amerika mit.

Jeden Donnerstagabend verabredeten wir uns gegenseitig zum Abendessen, um danach wie jeden Donnerstag in den Bärenzwinger zur Studentendisko (hach) zu gehen. Wir wussten, was wir jetzt brauchten, war eine ordentliche Grundlage, denn wir hatten von unseren Müttern gelernt: wer trinken will, muss vorher mächtig essen.

Dies ging am effektivsten und am leckersten mit einer ordentlichen TexMex-Sause: Tortillas, leckeres scharfes Hack oder Hühnchengeschnetzeltes und darauf Tonnen von Käse und Schmand und Oliven. Niemand konnte uns jetzt mehr dank unserer Vorarbeit aus Fett unter den Tisch trinken.

Damals war es nicht einfach, alle Zutaten für die Tortillas zu bekommen. Zu dieser Zeit wurde Cumin in sämtlichen Kochbüchern noch locker mit Kümmel übersetzt (Kümmelverachter wie ich hassen diesen Trick) und ich hatte eine leise Ahnung, dass das nicht wahr sein kann, nein darf.

Magnet Einkaufsmarkt

Zu dieser Zeit begab es sich, dass es in Dresden noch den Magnet als Lebensmittelmarkt im Einkaufszentrum im Elbepark gab. Magnet war ein Supermarkt der Tengelmanngruppe und neben der Karstadt-Fressabteilung die einzige verlässliche Quelle für Tortillas und ähnliche exotische Zutaten in ganz Dresden.

Du verdrehst wahrscheinlich gerade die Augen, weil du das Ausmaß dieses Dramas nicht verstehst, denn nur 15 Jahre später sollte es die nötigen Zutaten überall zu kaufen geben. Aber damals vor 24 (autsch) Jahren war das der heiße Scheiß.

In diesem wundersamen und paradiesgleichen Ort Magnet hatten sie obendrein noch ein ganzes Regal an amerikanischen Waren: Doritochips, Ahornsirup und Aunt Jeminas Pancake Mischung. Ich war verloren.

Bei jedem möglichen Großeinkauf zog es mich magisch in diesen Shoppingtempel, da ich schon seit jeher ein schier unmenschliches Interesse an fremdländischem Essen und Genüssen habe. Als Ost-Hortkind bekomme ich selbst jetzt noch riesige Augen in ausländischen Supermärkten, genauso wie eine Katze vor dem Weihnachtsbaum.

Und dann übernahm das unsägliche Kaufland Magnet und nivellierte wieder alles auf den „gutbürgerlich“-Modus. Sauerbraten und welkbraune Dosenerbsen (Vitamine!) anstelle von schwarzen Bohnen und Sojasoße. Neue Dealer mussten aufgetan werden.

Ach Kinder, was erzähl ich euch… Was ich eigentlich damit sagen will, wer 1997 schon Wraps gedreht hat, war ein Avantgardist sondergleichen.

Aber wir wissen, alles entwickelt sich stetig weiter, Geschmäcker und Bedürfnisse ändern sich, Angebote passen sich an und obendrein verlor ich in der Zwischenzeit meinen Appetit auf Fleisch.

Schuld war die tonnenweise Verarbeitung diverser armer Geschöpfe im Catering, wodurch eine tiefe Abneigung gegen Fleisch aus der Massenproduktion entstand. Ich kann selbst bis zum heutigen Tag kein Fleisch mehr ohne Küchenhandschuhen anfassen. Daher gibt es nur einmal im Monat für mich sehr gutes Fleisch und Alternativen mussten her.