26.09.2018 -12/24 Grad – Tag 78

Unser Wecker klingelt schon um 5, aber wir sind eher wach, da wir kaum geschlafen haben. Heute geht es nach Sardinien!!!

Steffen ist an dem letzten Tag der Chemotherapie bzw. die nächsten 4 Tage völlig schlapp. Aber nichtdestotrotz packt er die Koffer. Ich lasse ihn damit allein, da ich aus allem in der Küche noch vorhandenen Obst und Gemüse Saft mache. Das dauert genau so lange wie Steffens Koffer packen. 07:15 Uhr verlassen wir das Haus.

Wir hatten erst überlegt, ein Taxi zu nehmen, aber in dem Berufsverkehr sind wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln schneller, also gehts zur U-Bahn und dann Richtung Tegel. Steffen trottet mit dem leichten Koffer hinterher, er muss sich arg zusammen nehmen, dass er das Pensum packt. Diesmal buckel ich dich schweren Koffer die Treppen hinauf und hinunter. Rollentausch. Endlich sind wir in Tegel angekommen.

Plötzlich klingelt Steffens Telefon. Die Charité ist dran, der Stationsarzt. „Ihre Natriumwerte sind bedenklich hoch. Sind Sie schon am Flughafen?“ Wir sind kurz vor dem Check-In, stecken in der Drehtür vom Flughafengebäude. Unsere Herzen rutschen in die jeweiligen Hosen. Wir sehen schon unseren Urlaub entschwinden, so kurz vor dem Ziel. „Warten Sie, der Chefarzt ruft sie zurück“. Banges Warten, wir gehen langsam zum Check-In, die Schlange ist endlos. Irgendwann ruft der Chefarzt an. Er verlangt von Steffen lediglich täglich 4-5 Liter pro Tag zu trinken, dann sollte alles passen. Im Ernstfall müssen wir uns dann halt in einem sardinischen Krankenhaus melden. Erleichterung, wir dürfen also fliegen!

Wir warten weitere 40 Minuten auf den Check-In und dann 20 Minuten für den Security Check. Aber dann sind wir endlich am Gate. Ich besorge Steffen ein halbwegs gesundes belegtes Brötchen und Kaffee und Wasser für uns zwei. Solange er noch Appetit hat, soll er essen. Herr E. und Herr M. sind auch da, nach etlichen Wirrungen mit und ohne Duschbad vor und nach dem Security Check. Gegen 11:00 Uhr geht es endlich los, 13:00 Uhr kommen wir auf Sardinien an. Steffen hat während des ganzen Fluges geschlafen, das Basecap tief ins Gesicht gezogen, darüber eine Kapuze und seine asiatische Manga-Atemschutzmaske hat er auch aufgesetzt. Bloß zusätzliche jetzt keine Krankheit bekommen!

Am Flughafen geht es dann zu viert zum Autoverleih. Die beiden haben sich ein Cabrio vorbestellt, ich uns ein popeligen Renault Clio. Die Verleihfirma sagt, das derzeit kein Renault Clio verfügbar wäre, wir bekommen stattdessen einen Ford Fiesta. Auch fein, und auf alle Fälle größer. Also wir dann das Auto abholen wollen, sagt die nette Dame, dass der Ford gerade in der Wäsche ist, wir daher einen Jeep Renegade bekommen. Ich glaube, ich habe mich verhört und warte daher weiter. Steffen hat irgendeinen Stuhl gefunden und wartet, dass es endlich los geht. Herr E. und Herr M. bekommen ihr Cabrio nicht, dafür einen Fiat 500 mit offenem Dach. Und dann kommt doch tatsächlich ein schwarzer Jeep Renegade für uns. Ich kann es kaum glauben! Glück! Wir! Endlich einmal. Wer mich kennt, weiß, dass ich große Autos liebe. Ich bin überglücklich. Und es macht einen Heidenspaß, die Bude zu fahren. Die beiden Herren tuckeln in dem kleinen weißen Fiat hinter uns her. Schon das ist sehr lustig.

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Im Urlaubsort angekommen, checken Steffen und ich schnell ein, da Steffen zuerst zur Ruhe kommen muss. Das Haus ist wunderbar, mit großer Terasse, zwei Schlafzimmern und einer Galerie, wo unser Bett steht. Steffen steuert zielgerade auf das Bett zu und fällt darauf um. In zwei Stunden werde ich ihn immer noch genau so vorfinden.

Derweil helfe ich den beiden Herren beim einchecken und wir kaufen auch noch fix ein, damit wir alle Kaffee und Milch am nächsten Morgen haben.

Es ist 18:00 Uhr, wir haben alle tierischen Hunger, also fahren wir zu einer guten Pizzeria, die uns derweil mit fünf Pizzen für vier Personen das Leben rettet. Es ist wie immer wunderbar.

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