Wie es im März 2019 wurde, was es ist. Warum habe ich den Namen des Blogs von „Selbsthilfe bei Krebs“ zu „Selbsthilfe bei Trauer“ geswitcht? Und in wenigen Wochen werde ich den Blog noch einmal umbenennen. Zum Danachblog.

Selbsthilfe bei Trauer

Ihr Lieben, Freunde des Blogs, Follower und Interessenten. Ihr lieben guten und tapferen Betroffenen der Krebserkrankung, Freunde, Bekannte, Empathen,

in den bitteren Wochen nach Steffens Tod habe ich nachgedacht und gehadert, wie es wohl mit diesem Blog weiter geht. Der Blog ist ir so wichtig, hatte er mir doch in den schwersten Stunden von Steffens Erkrankung soviel Bestätigung und Liebe gegeben.

Aber gleichzeitig fühlte ich mich als Versagerin, da ich Steffen nicht mit der Nahrungsumstellung weiterhelfen konnte. Dass ihm all die Mühen nichts genutzt haben. So dass letztendlich Steffen einfach gestorben ist und all unsere Mühen und Anstrengungen umsonst waren.

Dinge, die ich mir schwer verzeihen kann.

Gleichzeitig hatten wir es jedoch auch bei diesem Krebs mit einem Endboss aus der Hölle zu tun gehabt. Niemand hätte diesen Krebs besiegen können.

Was bleibt?

Mit welchem Inhalt kann ich nun würdevoll diesen Blog weiter betreiben?

Welchen Sinn hat es, einen Blog über Krebs und Maßnahmen, die man dagegen unternehmen kann, zu betreiben, wenn Steffen nicht mehr lebt?

Ich verstehe, wenn du dem Blog nun nicht mehr folgen willst, wenn du keine Hilfen mehr für deine Krebserkrankung hier findet. Und ich verstehe zu gut, wenn du nichts über Tod, Trauer und den Umgang damit hören willst. 

Aber ich kann und will gerade nichts mehr über gesunde Ernährung und Dinge, die gegen den Krebs helfen, hier schreiben, ich bin bitter enttäuscht vom Leben und von mir.

Zweite Chance

Gleichzeitig wurde mir jedoch mit Steffens Tod eine zweite Chance geschenkt. Mitten in meinem Leben beginne ich wieder bei Null. Wenn dich das interessiert, wie man aufsteht, weitermacht, die zweite Chance annimmt, kämpft und erneut einen Neustart wagt, bist du hier richtig.

Irgendwas mit Tod

Mit dem Tod kenne ich mich leider bestens aus, denn vor 8 Jahren starb meine geliebte Mama nach 12 Jahren aufopferungsvoller Pflege durch meinen Papa nach einem Hirnschlag im Jahre 1998, ich war da gerade 21 – also kein Alter, in welchem man sich mit dem Tod der Mutter auseinander setzen muss.

Und gerade starb mein lieber Steffen, ihr habt es leider verfolgen müssen.

Außerdem ist mein zweites Wohnzimmer sowieso der Friedhof. Ich schätze die Ruhe da. Interessiere mich für die Geschichten hinter den Grabsteinen. Was wohl diese Menschen in ihrem Leben umgetrieben hat. Und jetzt sind sie nicht mehr da. Jedes alltägliche Problem erscheint dann plötzlich so nichtig.

Der Tod gehört bei mir schon immer zum Leben dazu. Es scheint mein Lebensthema zu sein.

Früher gab es in den besseren Haushalten ein Memento Mori – kleine Kästchen mit Totenköpfen und Figuren, die man sich im Wohnzimmer aufgestellt hat, um sich stets der Vergänglichkeit des Lebens bewusst zu sein.

Nur wenn man sich ständig vor Augen führt, dass das Leben plötzlich zu Ende sein kann, kann man die Schönheiten des Lebens genießen.