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Tipps gegen Traurigkeit

Dieses Corona bringt so viele an ihre Grenzen. Die Leute auf der Straße sind voller Angst und Sorge. Was hilft gegen diese Traurigkeit? Wie findet man Glück in Zeiten von Corona wieder?

Das erste Mal im Leben verspüren die Menschen kollektiv eine reale Bedrohung, die einem potenziell ans Leder gehen kann. Sie heißt Corona und bedroht tatsächlich jeden. Niemand ist mehr sicher. Kein Geld, keine Gesundheit und kein Alter kann dich retten. Jeder kann es bekommen und Überraschung! Jeder kann daran sterben!

Bisher war das Elend immer das Elend der anderen, wo man sich mit einer Spende, Rat, Tat und Hilfe exkulpieren konnte. Danach zog man sich dann gerne wieder in seine eigenen vier Wände zurück. Tief durchatmend, gottseidank ist mir das nicht passiert.

Und ich kann es niemandem übelnehmen, denn jeder Mensch denkt ähnlich. Natürlich sind sehr viele Menschen engagiert, helfen selbstlos wo sie können oder halt auch nicht. Aber das Elend mit nach Hause nehmen möchten die wenigsten.

Und Corona macht allen Angst. Dazu kommt der Lockdown. Manche langweilen sich zu Tode, anderen platzt neben Homeoffice und Homeschooling der Kopf. Sex gab es auch schon seit einen Jahr für manche nicht mehr. Wie lässt man so wieder das Glück Einzug halten?Und was hilft eigentlich gegen diese allgegenwärtige Traurigkeit?

Als Witwe war ich zwangsweise schon dort, wo du es vielleicht gerade bist:

Existenzangst

Meine Firma habe ich aufgegeben, ich stand vor dem Nichts. Keine soziale Absicherung, weil selbstständig – da zahlt Vater Staat mal eben nichts für dich, obwohl du deinen letzten Blutstropfen ans Finanzamt abgedrückt hast. Funfact: ich zahle immer noch für den toten Steffen von 2015 nach…

Der Mann, der Seelenpartner und beste Freund, mit dem du alles besprochen hast, ist plötzlich tot und nicht mehr verfügbar.

Du weißt nicht weiter, weil plötzlich alles so scheißegal geworden ist. Völlig klar siehst du die Sinnlosigkeit des kapitalistischen Sklavendaseins deines bisherigen Lebens vor dir. Du weißt nun nur noch, was du nicht mehr willst.

Und eigentlich willst du nur noch auf den Arm, diesen einen Arm, den es nicht mehr gibt.

Komm darauf mal klar.

Was hat Traurigkeit mit Trauer zu tun?

Das ist zugegebenermaßen etwas härter als Traurigkeit, aber das Prinzip ist dennoch ähnlich und vor allen Dingen kann ich deinen Schmerz gerade absolut nachvollziehen. Und dieser Schmerz und deine Traurigkeit hat absolute Berechtigung.

Das ist jetzt fast zwei Jahre her und ich lebe immer noch und bin zugegebenermaßen gerade unfassbar glücklich. Trotz Corona, trotzdem ich immer noch nicht weiß, wie es weiter geht und trotzdem es keinen Arm gibt, auf den ich kann.

Traurigkeit hat viel mit Trauer zu tun, ist es ja auch schon im Wortstamm enthalten. Und in diesen Zeiten macht es so viel Sinn traurig zu sein, denn die Trauer, die derzeit unter dem Deckmantel der Traurigkeit herrscht, ist kollektiv.

Jeder trauert über einen kleinen oder großen Verlust:

  • Freiheit
  • Treffen der Freunde
  • Party
  • Essen gehen
  • Konzerte
  • Klamotten kaufen und zeigen

Grund genug, um traurig zu sein.

Was kann man also gegen die Traurigkeit tun und ich zähle hier mal ein paar Dinge auf, die mir persönlich geholfen haben.

Erwarte jedoch keine schnellen Wunder, es ist Arbeit, harte Arbeit an einem selbst, da man ein klein wenig seine Gedanken umpolen muss. Denn

Was Du denkst, bist Du, was Du bist, strahlst Du aus, was Du ausstrahlst, ziehst Du an.

Buddha

Tipps gegen Traurigkeit

Mache nur, was du willst

Horche in dich hinein, wonach dir ist. Couch? Netflix? Schokolade? Jeder einzelne Punkt ist absolut legitim, denn in Zeiten von Corona existiert Zeit und Raum scheinbar nicht mehr. Der drölfte Lockdown bimmelt an der Tür. Was für ein Tag ist heute eigentlich?

Also kannst du auch mal einen Tag faul machen. Ich sage mir dann: „Morgen mache ich …“ – gegebenenfalls schreibe ich mir während des Faulenzens für morgen Stichpunkte auf, erinnere mich jedoch stets daran, heute auch wirklich nur faul zu machen.

Auf diese Weise programmiere ich mein Hirn vor. Zum einen bin ich am Lottertag gnädig mit mir, das bedeutet, ich mache mir selbst kein schlechtes Gewissen, andererseits werde ich mich aber am Folgetag komplett auf die vor mir liegende Aufgabe fokussieren, da ich ja weiß, dass ich gestern zu Recht gefaulenzt habe.

Mein Krafttier ist da die Katze: Pennen 12-16 h vs. Action

Regelmäßigkeit

In den Tag hineinleben ist schön, aber in der Reha habe ich auch die Regelmäßigkeit schätzen gelernt.

  • Wecker stellen

Zum einen bringt es Ordnung ins Leben, und wenn du nach dem Weckerklingeln dennoch zwei Stunden durch die sozialen Medien leierst, ist das auch ok. Der erste Schritt gegen die Traurigkeit ist jedoch schon mal gemacht.

  • Essen an festen Zeiten

Auf diese Weise wirst du nicht fett. So gibt es keine Hungerattacken und auch kein Fresskoma. Mit einem ausgefeiltem Speiseplan aus Vorkochen und frischem Gemüse kannst du für eine gesunde Ernährung sorgen und musst nicht jeden Tag neu kochen.

  • zur gleichen Zeit ins Bett

Gesunder und tiefer Schlaf ist enorm wichtig, damit sich deine Zellen regenerieren können, du von der Angst und Traurigkeit heilen kannst und dich von dem täglichen Stress erholst. Dein Körper wird dir die Regelmäßigkeit danken, indem du schon vor dem Weckerklingeln wach wirst.

Sport/Bewegung gegen Traurigkeit

Du kannst nicht in die Fitnessbude? Das ist nicht schlimm. Es gibt genügend Youtube-Videos mit Eigengewichts-Übungen, die dich fordern.

Wenn dir das noch zu viel ist, gehe wenigstens spazieren. Wenigstens eine Stunde um den Block macht das Hirn frei und bringt neue Ideen.

Denn das ist Fakt: Sport und Bewegung hilft gegen Traurigkeit!

Genuss

Sport und Genuss, passt das zusammen? In meiner Welt bedingt das eine das andere. Da ich Stier bin, lebe ich ausschließlich für den Genuss. Wenn ein Essen schlecht ist, ist der Tag verloren. Genauso gut kann mich ein gutes Essen trösten, glücklich machen, erheben, beflügeln oder irgendwohin beamen. Fernweh? Kein Ding, dann koche ich was.

Badewanne

Sag mir, ist das ein Mädchending? Ich liebe es, stundenlang in der suizidverhindernden 1,20 m Wanne zu treiben, gelegentlich heißes Wasser nachzugießen und dabei Musik zu hören. Dazu ein gutes Buch zu lesen und heißen Tee, Schokolade oder auch ein Glas Wein zu trinken. Wenn alles scheiße ist und die Traurigkeit übermächtig erscheint, hilft das ungemein.

Tipp:

Gib etwas Natron mit ins Badewasser, dann wird die Haut wunderbar weich, der Körper kann besser entgiften und die Körpercreme wirkt danach doppelt und dreifach gut. Und obendrein ist die Wanne nachher noch sauberer.

Lesen

Ein gutes Buch ist wie eine Reise. Im Idealfall hast du die ganze Welt um dich herum vergessen. Deine Fantasie wird beflügelt und deine Seele kann heilen, da sie nicht im Dauerpanikmodus ist. Versuche es mal.

Lernen

Seit wann macht Lernen glücklich? Ganz einfach: seitdem du nicht mehr in der Schule bist und dich mit den restlichen Idioten beschäftigen musst. Und: du kannst jetzt einfach das lernen, was dich interessiert! Weltweit. Und du wirst sehen, dass du viel mehr lernst, weil es dich interessiert und dann kommt ein absoluter Glücksbooster, denn du wirst:

Erfolge verspüren

Nichts macht glücklicher, als einen Erfolg zu verspüren. Etwas Kniffliges hat funktioniert, deine Liebe hat ja gesagt, du bist endlich gesund, du hast diese Theorie endlich begriffen … unbezahlbar. Und ganz wichtig jetzt: genieße den Moment. Wiederhole ihn dir ständig. Ergötze dich an deinem Glück. Freue dich tief. Lass diese Freude zu und rede sie nicht herunter. Relativiere nicht sondern tobe, explodiere, dreh durch vor Freude!

Kommuniziere

Egal wie, kommuniziere mit Menschen. Rufe deine liebsten Menschen an oder eröffne alberne WhatsApp-Gruppen. Wähle jedoch mit Bedacht! Orientiere dich an Menschen, die etwas erreicht haben, was du bisher nicht erreicht hast (ich meine das nicht finanziell!), Leute die dich inspirieren oder Freunde, denen du helfen kannst.

Verbringe nicht deine Zeit in den Kommentarspalten der sozialen Medien, außer es sind erbauliche Themen. Blende die Dinge in deinem Newsfeed aus, die dich herunterziehen. Es tut mir leid, es sagen zu müssen:

Du kannst die Welt nicht ändern, indem du andere darauf hinweist, wie dumm sie sind. Du kannst nur dich ändern und dadurch vielleicht maximal andere inspirieren. Mehr ist nicht drin.

Gewalt erzeugt Gegengewalt, Hass säht Hass und Wut frisst dich auf und stiehlt deine Energie, die du für Wichtigeres brauchst: Dich.

Lächle die Traurigkeit weg!

Ich weiß, du hast draußen den Mundschutz auf. Lächle trotzdem darunter. Man kann es an deinen Augen sehen, ob du lächelst! Menschen spüren, was du ausstrahlst. Sage öfter bitte und danke. Lass Leute vor. Sei ein Mensch.

Hol dir Hilfe

Das ist dir doch alles zu viel? Geh zum Arzt, lass dich krankschreiben. Die Wirtschaft geht eh den Bach runter, da kannst du dich auch aus dem Mühlrad herausziehen.

Viele Ärzte halten übrigens schon Online-Sprechstunden ab – mega! Noch eine Stunde deines Lebens für die Anfahrt und das Wartezimmer obendrein gespart. Bei Doctolib kannst du auf diese Weise gezielt nach Ärzten mit Online-Sprechstunde suchen. Corona hat wenigstens die Technik beschleunigt…

Meine Psychotherapeutin hat mir beispielsweise das Leben gerettet und mir nach Steffens Tod ungemein geholfen, durch die dunkelsten Stunden zu kommen.

Nimm also jede Hilfe an, die du bekommen kannst. Es ist nichts Peinliches daran, zur Psychotherapie zu gehen und ich bin sogar der Meinung, dass das jeder mal ausprobieren sollte.

Wenn du keinen Termin bekommst, schau im Internet nach Coaches, Lehrgängen oder Tutorials. Nimm die scheiß Kohle in die Hand und gib sie mal nur für dich, für dein Seelenheil, für deine Psyche aus.

Und damit wärst du Vorreiter. Die Deutschen geben 5 % für Bekleidung aber nur 1 % für Bildung aus. Die Klamotten fliegen irgendwann weg, aber was in deinem Kopf ist, kann dir keiner nehmen.

Es gibt nichts, in das man mehr investieren sollte als in sich selbst.

Wenn dir diese Tipps noch nicht ganz ausreichen, schau mal hier unter

Photo by Maria Orlova on Pexels.com
danaheidrich

Autorin, Bloggerin, Köchin, Witwe

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